Erdogan und Karamanlis starten feierlich Bau neuer Erdgasleitung

12. Juli 2005, 15:06
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Fertigstellung des wichtigen Energie-Knotenpunktes bis 2007 - Griechenland und die Türkei wollen Kooperation im Bereich Energie ausbauen

Istanbul/Athen - Die ehemals verfeindeten Nachbarstaaten Griechenland und die Türkei wollen ihre Kooperation nun auch im Bereich Energie ausbauen und gemeinsam Erdgas aus dem Kaukasus nach Westeuropa befördern. Ministerpräsident Kostas Karamanlis und sein türkischer Kollege Recep Tayyip Erdogan gaben am Sonntag am Grenzfluss Evros (Meric) das feierliche Startsignal für den Bau einer 285 Kilometer langen Gaspipeline, die bis 2007 die Erdgasnetze der beiden Staaten miteinander verbinden soll.

Karamanlis und Erdogan trafen sich bei starkem Regen in der Mitte der Brücke am Grenzübergang Kipoi (Ipsala). "Es ist ein historischer Moment, der zum weiteren Ausbau unserer Freundschaft führen wird," sagte Erdogan im Fernsehen. Karamanlis fügte hinzu: "Die Pipeline wird ein wichtiger Energieknotenpunkt. Es ist der erste Schritt für die Förderung von Erdgas aus dem Kaukasus nach Westeuropa."

Fertigstellung bis 2007

Die Gasleitung soll im Jahr 2007 fertig gestellt sein und zunächst jährlich 3,5 Milliaden Kubikmeter Erdgas befördern. Anschließend soll das Gas vom Kaspischen Meer durch die Türkei und Griechenland zum Hafen Stavrolimin am Ionischen Meer und von 2010 an durch eine 220 Kilometer lange Unterwasserleitung nach Italien weitergeleitet werden. Einen entsprechenden Vertrag haben Italien und Griechenland bereits unterzeichnet.

Trotz ungelöster Probleme über Hoheitsrechte in der Ägäis und einer noch ausstehenden Lösung der Zypernfrage versuchen Griechenland und die Türkei seit 1999 ihre Beziehungen schrittweise auszubauen. Athen befürwortet die weitere Annäherung der Türkei an die EU.

Die Reformen, die Ankara im Zuge der Beitrittsverhandlungen in die Tat umzusetzen gezwungen sei, sind aus Sicht griechischer Diplomaten "der Hebel", der zur Beilegung der Ägäis-Streitigkeiten und zur endgültigen Normalisierung der Beziehungen führen könnte. Die EU- Beitrittsgespräche mit der Türkei sollen am 3. Oktober beginnen. (APA/dpa)

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    Der griechische Ministerpräsident Karamanlis (links) und sein türkischer Kollege Erdogan gaben am Sonntag das Startsignal für den Bau einer 285 Kilometer langen Gaspipeline.

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