Renault-Heim-Grand Prix an Alonso

3. Juli 2005, 19:20
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Der Spanier verwies Raikkönen, als 13. gestartet, auf Platz zwei, M. Schumacher Dritter - Klien, Friesacher out

Magny-Cours - Der Formel-1-Grand-Prix von Frankreich wurde am Sonntag zu einer Machtdemonstration von WM-Spitzenreiter Fernando Alonso. Der spanische Renault-Pilot feierte zur Freude der französischen Fans in Magny-Cours einen souveränen Start-Ziel-Sieg und liegt nach seinem fünften Saisonerfolg in der WM bereits 24 Punkte vor seinem ersten Verfolger, McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen.

Defekte bei Klien und Friesacher

Der Finne wurde im zehnten von 19. Rennen unmittelbar vor Rekordweltmeister Michael Schumacher im Ferrari Zweiter. Die Österreicher hatten dagegen auf dem 4,411 km langen "Circuit de Nevers" kein Glück und wurden von Defekten gestoppt: Der Vorarlberger Red-Bull-Fahrer Christian Klien schied bereits in Runde zwei wegen fehlenden Benzindrucks aus, der Kärntner Patrick Friesacher musste seinen Minardi knapp nach Halbzeit des über 70 Runden führenden Rennens mit einem Reifenschaden abstellen.

Zwei Wochen nach dem wegen des Nichtantretens der Michelin-Teams zur Farce geratenen US-GP in Indianapolis degradierte Alonso die Konkurrenz im Renault-Heimrennen von Beginn weg zu Statisten. Bereits nach zehn Runden hatte der 23-jährige Asturier mehr als 14 Sekunden Vorsprung auf seinen ersten Verfolger, bei Halbzeit war es dann bereits mehr als eine halbe Minute. Am Ende waren Räikkönen und Schumacher die einzigen beiden Fahrer, die Dominator Alonso nicht zumindest einmal überrundete.

Extra-Motivation durch Renault-Belegschaft

"Das war ein perfektes Rennen ohne Probleme", lautete der hochzufriedene Kommentar des Triumphators, der Renault nach 22 Jahren Durststrecke den ersten Sieg im Heim-GP bescherte. "Besonders toll war die Kulisse hier, dieses blau-gelbe Meer von Fans. Das war eine Extra-Motivation", betonte Alonso, denn Blau-Gelb sind nicht nur die Farben des Renault-Teams, sondern auch jene von Asturien.

"Die neuen Teile, die wir in der Vorwoche in Jerez getestet haben, waren perfekt, dazu sind hier auch noch die Michelin-Reifen super gelaufen. Dadurch war ich heute unschlagbar", meinte der Jungstar aus Oviedo, der seine sechste Pole Position zum sechsten Sieg seiner Karriere nutzte und auf dem besten Wege ist, der jüngste Weltmeister der Königsklasse des Motorsports zu werden.

Raikkönen haderte mit dem Handicap

Räikkönen ärgerte sich dagegen noch immer über den Motorplatzer im zweiten Freien Training am Freitagnachmittag, der ihn zehn Plätze in der Startaufstellung und damit die Siegchance gekostet hatte. "Dieser Zwischenfall hat mein Wochenende kaputt gemacht", sagte der 25-Jährige. "Aber ich bin froh, dass uns dieses Missgeschick am Ende in der WM nur zwei Punkte gekostet hat. Ich hoffe jetzt auf einen Sieg am kommenden Sonntag in Silverstone."

Auch Schumacher, der in der WM als Dritter schon 29 Zähler hinter Alonso liegt, war nicht sonderlich zufrieden mit Platz drei. "Unsere Strategie ist nicht aufgegangen", meinte der Deutsche, der in Indianapolis vom Michelin-Desaster profitiert und im Mini-Feld von sechs Fahrern seinen ersten Saisonsieg gefeiert hatte. Doch in Frankreich war er wieder chancenlos gegen Alonso und Räikkönen. "Uns hat es hier an Geschwindigkeit gefehlt", gestand Ferraris Technik-Genie Ross Brawn.

Renault-Teamchef Flavio Briatore weiß um die aktuelle Schwäche der Scuderia und hatte den Weltmeister deshalb in Zeitungsinterviews bereits vor dem GP in Magny-Cours verhöhnt: "Schumacher kann nur gewinnen, wenn sechs Autos am Start sind." (APA)

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