"Rassistische" Comic-Briefmarke trübt Beziehung der USA zu Mexiko

8. Juli 2005, 16:24
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"Memin Pinguin" unter anderem mit wulstigen Lippen gezeichnet

Mexiko - Weil sie in den USA auf Kritik gestoßen ist, ist eine neue Sonderbriefmarke in Mexiko zum Verkaufsschlager geworden. Die Briefmarkenserie zeigt die in Mexiko seit den 40er Jahren populäre schwarze Comicfigur "Memin Pinguin", die im Stil der damaligen Zeit unter anderem mit wulstigen Lippen gezeichnet ist. Wegen der als abwertend empfundenen Darstellung, ist die Briefmarkenserie in den USA als rassistisch kritisiert worden.

Der Streit ist in den mexikanischen Medien in den vergangenen Tagen ausführlich geschildert worden. Zugleich erinnerten die Zeitungen daran, dass auch Präsident Vicente Fox vor einigen Wochen wegen mutmaßlicher rassistischer Äußerungen bei den Schwarzen in den USA auf Kritik gestoßen war.

Großer Andrang

Vor den Verkaufsstellen in der mexikanischen Hauptstadt bildeten sich am Samstag indes lange Schlangen. Die Menschen warteten teilweise mehrere Stunden, um die Briefmarken zu kaufen. Und bereits kurz nach Beginn der Auslieferung wurde die Serie zu deutlich höheren Preisen von Schwarzhändlern angeboten. Die Tageszeitung "Reforma" schrieb in Anspielung auf die US-Kritik: "Memingate hat eine Meminmanie provoziert."

Das mexikanische Präsidialamt hatte zuvor die US-Vorwürfe des Rassismus zurückgewiesen und erklärt, die Briefmarken würden nicht wieder aus dem Verkehr gezogen. Die Führer der spanischsprachigen Gemeinde in Washington warnten Fox, die Briefmarke könne den Beziehungen zwischen beiden Ländern schaden und ihn aufgefordert, die Marke zurückzuziehen. (APA/dpa)

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    Die Comicfigur "Memin Pinguin" auf einer mexikanischen Briefmarke löst in den USA Unmut aus.

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