CIA-wehrt sich gegen Entführungsvorwürfe: "Hatten Genehmigung"

13. Juli 2005, 09:59
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CIA-Funktionär Michael Scheuer widerspricht Berlusconi wegen Imam-Verschleppung - Abu Omar zum Verhör nach Ägypten gebracht

Rom - Ein Funktionär des US-Geheimdienstes CIA, Michael Scheuer, bestreitet die Aussagen der italienischen Regierung über die Entführung eines islamischen Geistlichen in Mailand. Nach Angaben des Geheimdienstfunktionärs hatte die CIA die Regierung von Premier Silvio Berlusconi über die Pläne zur Entführung des in Mailand lebenden Imams Abu Omar informiert, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica" in ihrer Montag-Ausgabe.

Abu Omar soll im Februar 2003 in Mailand auf offener Straße von CIA-Agenten aufgegriffen und aus Italien über Deutschland nach Ägypten zum Verhör ausgeflogen worden sein. Den CIA-Agenten wird vorgeworfen, Abu Omar über den US-Stützpunkt Ramstein nach Ägypten verschleppt zu haben, wo er angeblich auch gefoltert wurde. Abu Omar hatte in Italien politisches Asyl erhalten. Die Regierung Berlusconi hatte am Donnerstag erklärt, über die Entführung des Imam nicht informiert gewesen zu sein.

Der von "Repubblica" interviewte CIA-Agent bestritt diese Aussagen. Die CIA habe die italienischen Geheimdienste über die Operation informiert. Mit der Affäre Abu Omam habe sich US-Außenministerin Condoleezza Rice persönlich beschäftigt, sagte Scheuer.

Italienischer Haftbefehl gegen Abu Omar

Gegen Abu Omar hatten Anfang 2003 bereits die italienischen Behörden ermittelt. Er soll Verbindungen zur Gruppe Ansar al-Islam gehabt haben. Der Mailänder Untersuchungsrichter hatte auch einen Haftbefehl gegen den Imam erlassen. Die Staatsanwaltschaft versucht derzeit, die ägyptische Regierung zur Rückführung des Verschleppten nach Italien zu überreden.

Für Berlusconi, der in Europa zu den treuesten Verbündeten von US-Präsidenten George W. Bush zählt, ist die Imam-Affäre ein neuer Schlag. Bereits wegen des Todes des italienischen Geheimdienstagenten Nicola Calipari in Bagdad war Berlusconi vor zwei Monaten auf Konfrontationskurs zu den USA gegangen. Die amerikanische Darstellung, dass US-Soldaten an Caliparis Tötung an einem Checkpoint in Bagdad unschuldig seien, hatte in Italien für Empörung gesorgt. Rom hatte daraufhin in einem eigenen Dossier schwere Vorwürfe gegen die USA erhoben. Die Soldaten hatten das Auto beschossen, mit dem Calipari die kurz zuvor freigelassene italienische Geisel Giuliana Sgrena zum Flughafen Bagdad bringen wollte. (APA)

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