Ex-Vertrauter von El-Kaida-Führer Zarqawi freigelassen

8. Juli 2005, 16:09
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Barqawi mangels Beweisen zu Attentatsplänen freigesprochen

Amman - Jordanien hat einen ehemaligen Vertrauten des El-Kaida-Anführers im Irak, Abu Musab al-Zarqawi, freigelassen. Der Islamist Issam al Barqawi sei am Donnerstag aus der Haft entlassen worden, verlautete am Sonntag aus Justizkreisen. Barqawi alias Mohammed al Makdessi und zwölf weitere Verdächtige waren Anfang des Jahres im Zuge von Ermittlungen des jordanischen Sicherheitsgerichts erneut festgenommen worden.

Im Dezember hatte das Gericht die Vorwürfe gegen Barqawi und die zwölf Mitgefangenen zunächst mangels Beweisen fallen gelassen; sie sollten an Vorbereitungen für Anschläge auf die US-Botschaft und andere Ziele in Jordanien beteiligt gewesen sein.

Elf der Festgenommenen wurden jedoch inzwischen wegen Sprengstoffbesitzes zu Gefängnisstrafen zwischen siebeneinhalb und 15 Jahren verurteilt. Sie wurden am Sonntag zu einem Wiederaufnahmeverfahren vor Gericht in Amman erwartet.

Bruch zwischen al-Zarqawi und Barkawi

Der gebürtige Palästinenser Zarqawi traf den als Terrorist gesuchten Jordanier Barkawi 1991 in Pakistan. Später schloss sich Zarqawi der sunnitischen Rebellengruppe Barqawis an. Beide Männer wurden 1994 in Jordanien gefasst und zu fünf Jahren Haft verurteilt. Im Zuge einer Amnestie kamen sie 1999 wieder frei. Später kam es wegen ideologischer Differenzen zum Bruch der früheren Kampfgefährten.

Zarqawi wurde in Jordanien in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Die Vereinigten Staaten setzten auf Sarkawi ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar (knapp 21 Millionen Euro) aus. Der Jordanier, der Verbindungen zum El-Kaida-Netzwerk von Osama bin Laden unterhält, hat sich zu zahlreichen Anschlägen und der Ermordung vieler Geiseln im Irak bekannt. (APA)

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