Mehr als 35 Tote bei Gefechten

4. Juli 2005, 11:24
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Regierungstruppen greifen Rebellenlager an - Regierungstreuer Geistlicher erschossen

Kabul - Hunderte afghanische Soldaten und Taliban-Kämpfer haben sich am Wochenende in den Bergen im Zentrum des Landes erbitterte Gefechte geliefert. 25 Rebellen und sechs Soldaten seien getötet worden, sagte ein Regierungsmitglied am Sonntag. Die Truppen griffen am Samstag ein Lager der Aufständischen in Charchino in der Provinz Urusgan an. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen wurde am Sonntag ein regierungstreuer Geistlicher erschossen.

Unbekannte eröffneten in Kandahar von einem Motorrad aus das Feuer auf Mohammed Musbah, wie die Polizei mitteilte. Musbah erlag kurz darauf in einem Lager der US-Streitkräfte seinen Verletzungen. Bereits Ende Mai hatten Rebellen in der Hafenstadt den Geistlichen Mullah Abdullah Fayyaz getötet, bei seiner Beerdigung riss ein Selbstmordattentäter 20 Menschen mit in den Tod.

"Wir werden sie fangen oder töten"

Nach den Gefechten in Urusgan suchten die Soldaten nach etwa 100 Rebellen, denen zunächst die Flucht gelungen war. "Es sind noch zahlreiche Taliban dort draußen. Wir werden sie fangen oder töten", sagte der Gouverneur der Provinz, Jan Mohammed Khan. Schon in den Tagen zuvor hatten Gefechte in der Region 25 Menschen das Leben gekostet. Unter den Opfern waren neun Stammesälteste, die vermutlich von Taliban-Kämpfern getötet wurden.

Östlich von Kandahar töteten amerikanische und afghanische Soldaten am Samstag ebenfalls fünf mutmaßliche Taliban. US-Kampfjets bombardierten ein Gebiet im Osten des Landes, in dem sich weitere Taliban-Kämpfer versteckt haben sollen und in dem mehrere vermisste US-Soldaten vermutet werden. Von den gesuchten Soldaten fehle bislang jede Spur, sagte Militärsprecher Jerry O'Hara. Es handelt sich um ein kleines Team von Elitesoldaten, das in der Region an der Grenze zu Pakistan im Einsatz war. Ein Taliban-Sprecher hatte am Freitag erklärt, einer der Soldaten sei gefangen genommen worden. O'Hara sagte, dafür gebe es keine Beweise.

In der Provinz Paktia wurde ein Bombenanschlag auf einen Autokonvoi verübt. Vier Polizisten wurden getötet, ein Polizeichef und ein weiterer Mann wurden verletzt, wie Gouverneur Gulab Shah Mungal erklärte. Zu dem Konvoi gehörten auch Wagen der Vereinten Nationen.

Unterdessen ist ein Mitglied einer Gruppe von US-Soldaten, die seit Dienstag im umkämpften Nordosten Afghanistans vermisst wird, gerettet worden. Das meldete der Sender CNN am Sonntag unter Berufung auf das US-Militär. Über die Umstände der Rettungsaktion wurde mit Blick auf die noch weiter vermissten Kameraden des Soldaten zunächst nichts bekannt gegeben. Die Gruppe war während einer Aufklärungsmission im Osten der gebirgigen Provinz Kunar verschollen, in der sich die US-Streitkräfte heftige Kämpfe mit Rebellen liefern. Ein zur Unterstützung der Soldaten entsandter Hubschrauber mit Mitgliedern einer Spezialeinheit war von den Aufständischen abgeschossen worden. Alle 16 Menschen an Bord kamen dabei ums Leben.

Die afghanische Regierung schloss 200 Bewerber von der geplanten Parlamentswahl aus, weil sie Verbindungen zu bewaffneten Gruppen haben sollen. Dies verlautete am Samstag aus Kreisen der Wahlkommission. 6.000 Kandidaten sind bisher registriert. Sie kandidieren für Sitze in der Nationalversammlung, die nach mehrmaligen Verschiebungen am 18. September gewählt werden soll. (APA/AP)

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    Die US-Armee hat mit zunehmenden Angriffen der Taliban zu kämpfen.

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