Kronprinz Abdullah: Keine Kämpfer von Saudi-Arabien in den Irak

8. Juli 2005, 16:30
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Blair besucht Riad und hofft auf Unterstützung für Nahost-Initiative

Riad/Kairo - Kronprinz Abdullah von Saudiarabien hat dem britischen Premierminister Tony Blair versichert, das Herrscherhaus unterbinde das Eindringen islamistischer Extremisten in den benachbarten Irak. Das wurde am Samstag nach einem Treffen zwischen Blair und dem De-facto-Herrscher des Königreichs in Riad bekannt.

In den vergangenen Wochen hatten sich die Hinweise darauf verdichtet, dass ein Teil der Extremisten, die im Irak nicht nur gegen die ausländischen Truppen kämpfen, sondern auch Anschläge auf irakische Sicherheitskräfte und Zivilisten verüben, aus Saudiarabien stammt. Kronprinz Abdullah habe Blair außerdem über die Fortschritte Saudiarabiens bei der Bekämpfung von El-Kaida-Terrorzellen im Königreich berichtet, hieß es.

Maßnahmen zur Unterstützung der palästinensischen Autonomiebehörde

Der britische Premier erklärte außerdem, er habe den Kronprinzen über ein Maßnahmenpaket zur Unterstützung der palästinensischen Autonomiebehörde informiert, das beim Treffen der G8-Staaten ab Mittwoch in Schottland diskutiert werden soll. Dabei gehe es mit Blick auf den geplanten israelischen Truppenabzug aus Gaza auch darum, die Lebensbedingungen der Palästinenser im Gaza-Streifen und im von Israel besetzten Westjordanland zu verbessern.

Blair sagte zudem, er zähle bei den Bemühungen um eine Senkung der explodierenden Ölpreise auf Saudi-Arabien. Die Auswirkungen der hohen Ölpreise werde auch auf der Tagesordnung des G8-Treffens in Schottland kommende Woche stehen. Saudiarabien ist der größte Erdölproduzent der Welt. Kronprinz Abdullah führt die Amtsgeschäfte für seinen Halbbruder König Fahd, der 1995 einen Schlaganfall erlitten hat. (APA/dpa)

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    Großbritanniens Premier Tony Blair beim Treffen mit dem saudischen Kronprinz Abdullah (rechts).

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