Jan Ullrich im Training gestürzt

4. Juli 2005, 11:10
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Tour-Start nicht in Gefahr - Deutscher erlitt leichte Schnittverletzungen am Hals

Fromentine/Frankreich - Für Jan Ullrich hat es am Freitag vor der Tour de France eine Schrecksekunde gegeben. Einen Tag vor dem Start der ersten Etappe am Samstag in Fromentine stürzte die deutsche Tour-Hoffnung vom T-Mobile Team beim Training. Beim Zusammenprall mit dem vor ihm fahrenden Mannschaftswagen auf der Zeitfahrstrecke zur Insel Noirmoutier zog sich der 31-Jährige laut Teamarzt Lothar Heinrich "leichte Schnittverletzungen am Hals" zu. Der Start des Tour-Siegers von 1997 am Samstag sei aber nicht gefährdet.

"Die Wunden wurden oberflächlich versorgt. Sie mussten nicht genäht werden. Ich glaube nicht, dass sie für Jan ein großes Handicap sein werden", sagte Heinrich am Freitag. "Mir geht es gut", erklärte Ullrich nach dem Unfall, bei dem er in die Heckscheibe des Teamwagens geprallt war.

Ullrich und der große Favorit Lance Armstrong (USA) vertrauen beim 19 Kilometer langen Einzelzeitfahren zum Auftakt der 92. Tour de France auf speziell auf sie zugeschnittene Zeitfahr-Maschinen. Diese Räder zeichnen sich durch besondere Aerodynamik aus und sind durch die meist verwendeten Scheibenlaufräder nicht so leichtgewichtig wie beispielsweise spezielle Maschinen für Bergetappen.

Ullrichs Carbon-Rad vom taiwanesischen Mannschafts-Ausrüster "Giant" wird bis auf die Vordergabel in einem Stück geschnitten und verhalf ihm schon zu seinem Zeitfahr-Sieg zum Auftakt der Tour de Suisse. Angeblich kostet das unter acht Kilogramm leichte Gefährt - vor allem unter Berücksichtigung der hohen Entwicklungskosten - rund 25.000 Euro. Bisher war Ullrich trotz anderer Etikettierung bei der Tour immer mit einem Rad der Berliner Spezialschmiede FES gefahren.

Armstrong fährt natürlich auch das Beste vom Besten, setzt aber besonders auf Symbolik. Das Hinterrad wurde von dem New Yorker Grafiker Lenny Futura reichlich mit gelben Ornamenten verziert. Das eingravierte Datum "2. 10." erinnert an das Jahr 1996, als Armstrong die Hodenkrebs-Diagnose gestellt bekam. Die Zahl sieben ist ein Verweis auf den von ihm angestrebten siebten Tour-Sieg in Serie. (APA/dpa/Reuters)

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