Borkenkäfer-Alarm in österreichischen Wäldern

8. Juli 2005, 16:01
posten

Die Zahl der Schädlinge ist nach den warmen Jahren 2003 und 2004 sehr hoch

Wien - In den österreichischen Wäldern herrscht wieder Borkenkäfer-Alarm. Auch wenn sich Experten mit einer genauen Einschätzung der Situation noch zurückhalten: Die Zahl der Schädlinge ist nach den beiden starken Käfer-Jahren 2003 und 2004 sehr hoch, sagte Gottfried Steyrer von der Bundesamt und Forschungszentrum für Wald (BFW).

Heiße Sommer

Hauptursache für das neuerliche Aufflammen der gefürchteten Forst- Schädlinge waren heftige Windwürfe im Jahr 2002. Das anfallende Totholz und der heiße Sommer 2003 waren ein idealer Nährboden für Massenvermehrungen der Insekten. Der Anfall an Schadholz schnellte von deutlich unter einer Million Festmeter im Jahr 2003 auf 2,1 Millionen und 2004 sogar auf 2,4 Millionen Festmeter.

Die Erfahrung zeigt, dass derartig starke Käfer-Aufkommen erst nach einigen Jahren wieder abflauen. Es sind heuer auf jeden Fall wieder sehr viele Käfer unterwegs, kommt noch günstige Witterung dazu, ist eine neuerliche Katastrophe praktisch vorprogrammiert. Günstig für den Käfer ist anhaltend trockenes, heißes Wetter. Durch Dürre verlieren die Bäume nämlich einen wichtigen Schutzmechanismus, den so genannten Harzdruck. Normalerweise kann ein gesunder Baum nämlich die eindringenden Käfer mit seinem Harz effektiv ausschwemmen.

Was Forstexperten bis jetzt absehen können, ist die Borkenkäfersituation lokal sehr unterschiedlich, hieß es dazu seitens "Land & Forst Betriebe Österreichs". Verstärktes Auftreten der Borkenkäfer gibt es in Kärnten. In Salzburg und der Obersteiermark tritt der Borkenkäfer in kleinflächig begrenzten Gebieten vermehrt auf. Dabei handelt sich um die alten Schadensgebiete nach den Stürmen im November 2002, in denen das Sturmholz in unzugänglichem Gelände liegt und daher nicht aufgearbeitet werden kann.(APA)

Share if you care.