Österreichs Wunderkind im Finale

4. Juli 2005, 09:28
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Die erst 14-jährige und ungesetzte Tamira Pas­zek bezwang im Halb­finale des Juniorinnen-Bewerbs die Nummer 1 des Turniers

London - Eine Topsensation lieferte die erst 14-jährige Österreicherin Tamira Paszek (spricht sich "Paschek" aus) gegen die als Nummer 1 gesetzte Viktoria Azarenka im Halbfinale des Juniorinnen-Bewerbs von Wimbledon. Die ÖTV-Fedcup-Spielerin gewann in drei Sätzen mit 7:5,4:6 und 6:3. Die ungesetzte Spielerin trifft im Finale auf die Polin Agnieszka Radwanska, die Agnes Szavay (HUN-2) mit 7:6 (1) und 6:2 bezwang.

Asarenka hatte heuer den Juniorinnenbewerb der Australian Open in Melbourne gewonnen, führt die ITF-Weltrangliste an und scheint im WTA-Ranking auf Position 263 auf. Paszek hatte bei den Australian Open das Viertelfinale erreicht und war bei den French Open in der ersten Runde ausgeschieden.

Im Wimbledon-Finale zu stehen sei "richtig cool", Paszek bewies im Entscheidungssatz Nervenstärke nachdem Asarenka mit überragendem Spiel den zweiten für sich entschieden hatte. "Ich habe zu mir selbst gesagt, dass ich das vergessen, jeden Punkt neu fokusieren und konzentriert bleiben muss", sagte die 14-Jährige. Und das obwohl der Stress gar kein Ende zu nehmen schien. Kurz nach Ende des Einzels stand gleich noch das Doppel-Achtelfinale mit ihrer niederländischen Partnerin Renee Reinhard an.

All das scheint Österreichs Nachwuchshoffnung Nummer eins aber überhaupt nicht zu stören. "Ich fühle mich wohl hier in Wimbledon", gewann die Schülerin vom Realgymnasium Dornbirn dem Ambiente im altehrwürdigen All England Tennis Club etwas ab. Das merkt man nicht nur daran, dass Paszek am Weg ins Endspiel schon vier gesetzte Spielerinnen aus dem Turnier geworfen hat.

Zum ganz großen Wurf setzt die Vorarlbergerin am Samstag an. Dann trifft Paszek im Finale auf die ebenfalls ungesetzte Polin Agnieszka Radwanska. Das Head-to-Head spricht mit 2:0 klar für die junge Österreicherin - zuletzt gab sie der Polin im Mai im Halbfinale der Spring Bowl in St. Pölten in zwei Sets das Nachsehen.

Betreut wird Paszek, die mit viereinhalb Jahren erstmals ein Racket in die Hand genommen hat, von ihrem Vater Ariff Mohamed, einem gelernten Konditor- und Bäckermeister. Geboren in Tansania, aufgewachsen in Kenia, wanderte er nach Kanada aus und ist nach der Hochzeit mit einer Österreicherin jetzt in Vorarlberg zu Hause. Der Vater ist Kanadier, die Tochter besitzt nur die österreichische Staatsbürgerschaft.(red/APA)

Die größten österreichischen Erfolge in den Junioren-Bewerben bei Grand Slam-Tennisturnieren:

Siege:

  • Jürgen Melzer (Wimbledon 1999)
  • Jürgen Melzer (Melbourne 1999 - Doppel mit Pless/DEN)

    Finale:

  • Doris Schuster (Wimbledon 1959)
  • Ernst Blanke (Wimbledon 1961)
  • Thomas Muster (Paris 1985)
  • Barbara Schett (Melbourne 1994)
  • Julian Knowle/Johannes Unterberger (Paris 1991 - Doppel)
    • Bild nicht mehr verfügbar

      Tamira Paszek spielte im Halbfinale groß auf.

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