Deutscher Wahlkampf "unter der Gürtellinie"

1. Juli 2005, 13:19
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WASG betreibt "sexuelle Denunziation" auf eigener Homepage

Berlin - Der deutsche Lesben- und Schwulenverband ist empört über die frauen- und schwulenfeindlichen Entgleisungen der "Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit" (WASG) in deren Wahl­kampf­song "Deutschland Boogie". Dies erklärte Philipp Braun, Sprecher des Lesben- und Schwulen­verbandes, am Freitag in einer Aussendung.

"Der Wahlkampfsong 'Deutschland Boogie' ist unerträglich. Mit schwulen- und frauenfeindlichen Angriffen wird darin versucht, Politik zu machen. Damit knüpft die WASG an die unsägliche Tradition an, den politi­schen Gegner mittels sexueller Denunziation zu demontieren. Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) verurteilt diese Politik aufs Schärfste", heißt es in der Aussendung.

Die WASG hatte vergangene Woche einen Wahlsong auf ihre Internetseite gestellt, in dem FDP-Chef Guido Westerwelle wegen seiner Homo­sexu­alität angegriffen wird. Wörtlich heißt es darin: "Der Westerwelle schaut sich nur noch Männer an". Im nächsten Atemzug wird CDU-Chefin Angela Merkel mit der doppeldeutigen Floskel angegriffen: "und die Merkel will eh keiner ham". "Derartige Angriffe offenbaren - wie die Ausfälle des WASG-Spitzenkandidaten Oskar Lafontaine zu Folter und 'Fremdarbeitern' - ein gestörtes Verhältnis zu Freiheits- und Bürgerrechten", so Braun.

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) fordert WASG und PDS auf, sich von dem Song zu distanzieren und zu einer von Respekt geprägten Aus­einandersetzung zu finden. Mit Angriffen unter der Gürtellinie diskreditiere sich das Wahlbündnis selbst – und das nicht nur bei Lesben und Schwulen, ist der Verein der Ansicht. (red)

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