Ex-WorldCom-Chef Ebbers gibt Vermögenswerte an Entschädigungsfonds

8. Juli 2005, 10:23
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"Wall Street Journal": Vergleich in Sammelklage

WorldCom-Gründer Bernie Ebbers wird fast alle seine Vermögenswerte an einen Entschädigungsfonds für ehemalige Aktionäre des amerikanischen Telekommunikations-Konzerns transferieren. Damit wolle er sich in einer Sammelklage vergleichen, die im Zusammenhang mit seiner Rolle bei dem Bilanzbetrug von 11 Mrd. Dollar (9,10 Mrd. Euro) bei WorldCom stand, berichtete das "Wall Street Journal" am Freitag in seiner Onlineausgabe.

Schuldig

Ebbers war bereits für seine Beteiligung an dem größten Unternehmensbetrug der Geschichte für schuldig befunden worden. Die Staatsanwaltschaft hatte für den 63-Jährigen eine Höchststrafe von 85 Jahren gefordert, was auf lebenslange Haft hinauslaufen würde.

Strafmaß

Die Verkündung des Strafmaßes ist für den 13. Juli geplant. Als Teil des Vergleichs werde die Regierung bei dem Gerichtstermin keine Entschädigung fordern. Ebbers wird nach Angaben der Zeitung eine anfängliche Zahlung von 5 Mio. Dollar in bar machen und Vermögenswerte im Wert von 25 Mio. bis 40 Mio. Dollar an den Fonds transferieren.

Bilanzbetrügereien

Nachdem die Bilanzbetrügereien 2002 bekannt geworden waren, war WorldCom in ein Insolvenzverfahren geraten. Später kam das Unternehmen aus dem Insolvenzverfahren heraus, firmierte in MCI um. MCI wird von dem Telekom-Riesen Verizon Communications übernommen.

Der Vergleich belasse Ebbers bestimmte Beträge, um seine Anwaltskosten zu bezahlen, sowie einen bescheidenen Betrag für den Lebensunterhalt. Seine Frau soll ein kleines Haus behalten.

Vermögenswerten

Zu den Vermögenswerten, die transferiert werden sollen, gehören nach dem Bericht des "Wall Street Journal" sein Millionenhaus in Clinton (Mississippi), eine Steuergutschrift, seine Beteiligung an einer Holzfirma, Waldungen, eine Speditionsgesellschaft, eine Marina, ein Golfplatz, eine Getreidespeicherfirma, eine Reisfarm, ein Hotel sowie andere Immobilien. Die ehemaligen WorldCom-Aktionäre sollen 75 Prozent der Gelder aus dem Verkauf der Vermögenswerte erhalten und MCI den Rest.(Apa)

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