Pink Ribbon tourt durch Österreich

1. Juli 2005, 14:05
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Info-Kampagne soll Frauen zur Vorsorge animieren - Medizin sieht Fortschritte bei Be­handlung von Brustkrebs

Klagenfurt - Rund 5.000 Frauen erkranken in Österreich jährlich an Brustkrebs, 1.700 sterben daran. Mit einer von einem Pharmaunternehmen gesponserten bundesweiten Informationskampagne will die Krebshilfe über das Thema aufklären und die Notwendigkeit regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen propagieren. Am Freitag machte die "Pink Ribbon Tour" Station in Klagenfurt.

Bestes Mittel Vorsorge

Vor 13 Jahren von Estee Lauder kreiert, gehört die rosa Schleife heute untrennbar zum Thema Brustkrebs. Der Klagenfurter Primarius Dietmar Geissler hat, der an der 1. medizinischen Abteilung des LKH Klagenfurt das Onkologie-Zentrum leitet, unterstrich bei einem Pressegespräch die Notwendigkeit von Information und Aufklärung. Es gebe zwar heute bereits sehr gute Therapien, auch sinke die Sterblichkeitsrate trotz steigender Zahl an Erkrankungen. Das beste Mittel sei aber immer noch die Vorsorge, um das Risiko zu senken.

In die gleiche Kerbe hieb der Onkologe Johann Klocker: "Die Behandlung hat erhebliche Fortschritte gemacht, umso unverständlicher ist es, dass noch immer viele Frauen die Chance der Früherkennung nicht wahrnehmen." Er könne nicht oft genug zur Vorsorge mahnen, beteilige sich daher auch gerne an der "Pink Ribbon Tour".

Klocker ging aber auch auf eine in den vergangenen Jahren entwickelte Therapie, die nach der Tumor-Entfernung angewendet wird, ein. Frauen erhalten dabei so genannte Aromatase-Hemmer, die ein Wiederaufflackern der Krebserkrankungen verhindern sollen. Die Ergebnisse seien derart überzeugend, dass Klocker auch jenen Frauen, die bereits vor einigen Jahren operiert und noch mit den Vorgänger-Medikamenten behandelt wurden, dazu aufrief, ihren Spezialisten aufzusuchen, um die Sinnhaftigkeit einer neuerlichen Nachbehandlung zu überprüfen.

Osteoporose-Risiko

Nachteil dieser Methode, bei der die Östrogen-Produktion blockiert wird, ist zum Einen die Tatsache, dass sie nur bei Frauen nach der Menopause angewendet werden kann, zum Anderen ein stark erhöhtes Osteoporose-Risiko birgt. "Wenn zu Anfang der Therapie eine Knochendichtemessung gemacht und im Bedarfsfall eine entsprechende Medikation angewendet wird, ist das Risiko aber vernachlässigbar", betonte der Oberarzt. (APA)

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