Frage nach Identität im "globalen Dorf"

8. Juli 2005, 19:58
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Experten: Psychische Störungen könnten durch Globalisierung zunehmen - Kongress in Weimar

Jena - Die Globalisierung kann nach Ansicht von Experten langfristig zu einer Zunahme psychischer Störungen führen. Schon jetzt empfänden viele Menschen vor allem die ökonomischen Folgen der Globalisierung als eine existenzielle Bedrohung, erklärte der Leiter des Jenaer Universitäts-Instituts für Medizinische Psychologie, Bernhard Strauß. In einer über das Internet vernetzten Welt mit durchlässigen Grenzen, verschwimmenden nationalen Identitäten und einem von den Zwängen der Globalisierung geprägten Arbeitsmarkt verlören traditionelle Lebensentwürfe immer mehr ihre Gültigkeit.

"Damit entfallen aber auch die Grundfesten, auf die wir unsere Lebenspläne bauen", betonte der Professor. Und dies könne zu Verunsicherungen und in der Folge auch zu psychischen Störungen wie Angsterkrankungen oder Depressionen führen. Strauß wies aber zugleich darauf hin, dass das, was die einen als bedrohlich empfänden, andere durchaus als Chance sähen: "Für manche stellen die verschwindenden Grenzen und variablen Lebensmodelle, die Vermischung der Kulturen und Religionen gerade eine Bereicherung dar."

Über Vor- und Nachteile der Globalisierung für die menschliche Psyche wollen vom 30. Juni bis 3. Juli rund 300 Experten auf einem Kongress in Weimar sprechen. (APA)

"Grenzen - Psychotherapie und Identität in Zeiten der Globalisierung" .
2. Weimarer Kongress "Psychotherapie und Gesellschaft".
30. Juni bis 3. Juli 2005, Congress Centrum Neue Weimarhalle, Unescoplatz 1, Weimar.
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