Schröder wieder populärer als Merkel

8. Juli 2005, 16:43
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Allerdings findet fast die Hälfte aller Deutschen das Vorgehen des Kanzlers "unehrlich"

Hamburg/Köln - Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ist nach einer Umfrage in Deutschland wieder populärer als seine Herausforderin Angela Merkel von der CDU. Gäbe es eine Direktwahl des Bundeskanzlers, so erhielte Schröder derzeit 40 Prozent, Merkel 36 Prozent. Nach der Befragung vom 28./29. Juni fiel der Wert für die CDU-Vorsitzende innerhalb von vier Wochen um 10 Prozentpunkte. Schröder legte im gleichen Zeitraum um 2 Punkte zu. Für keinen von beiden wollten sich 18 Prozent entscheiden (plus 5 Punkte).

49 Prozent finden Schröders Vorgehen "unehrlich"

Allerdings findet fast die Hälfte aller Deutschen das Vorgehen von Bundeskanzler Schröder zur Erlangung von Neuwahlen nicht richtig. Das Verhalten des Kanzlers sei "unehrlich", sagten 49 Prozent aller Befragten bei einer am Freitag veröffentlichten repräsentativen Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag des Fernsehsenders RTL. 41 Prozent waren hingegen der Ansicht, Schröders Handeln sei "in Ordnung". Ältere Wähler beurteilten die Nutzung der Vertrauensfrage deutlich kritischer als jüngere Wähler. In der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen kritisierten 35 Prozent das Vorgehen. Hingegen sagten 56 Prozent der Wähler in der Altersgruppe 60 Jahre und älter, das Vorgehen des Kanzlers sei "unehrlich".

Trotz der Bedenken gegen das Verfahren will eine klare Mehrheit der Bundesbürger Neuwahlen. Laut Umfrage befürworten 69 Prozent der Deutschen eine vorgezogene Bundestagswahl, 25 Prozent sind dagegen. Auf die größte Zustimmung treffen Neuwahlen bei Anhängern von CDU/CSU (89 Prozent) und FDP (79 Prozent). Die Sympathisanten der Grünen befürworten zu 63 Prozent Neuwahlen, SPD-Anhänger zu 47 Prozent. Die Anhänger von PDS und WASG sprechen sich zu 54 Prozent für eine Neuwahl aus.

Große Mehrheit erwartet Wahlsieg der Union

Eine deutliche Mehrheit der Befragten (81 Prozent) glaubt, dass die Union die Neuwahl gewinnt. Auch 75 Prozent der SPD-Anhänger erwarten demnach, dass CDU und CSU die Wahl gewinnen. Als drittstärkste Partei erwarten 36 Prozent das neue Linksbündnis aus PDS und WASG (Grüne: 29 Prozent, FDP: 24 Prozent). Deutlicher für PDS und WASG fällt dies in den ostdeutschen Bundesländern (48 Prozent) als im Westen (33 Prozent) aus. Forsa befragte im Auftrag von RTL 1009 deutsche Bürger im Zeitraum von Dienstag und Mittwoch. (APA/dpa/red)

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