EU-weite Lizenzen für Online-Musik im Gespräch

27. Juli 2005, 15:20
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Kommissionskreise bestätigen entsprechende Überlegungen - Details noch offen

Um den grenzüberschreitenden Verkauf von Musik im Internet zu erleichtern, denkt die EU-Kommission über einen europaweites Abrechnungssystem nach. Voraussichtlich kommende Woche werde die Kommission entsprechende Überlegungen öffentlich zur Diskussion stellen, hieß es am Donnerstag aus der Behörde.

Vorschlag

Bis zum Herbst könnten konkrete Vorschläge folgen. Der Kommission liege eine Studie vor, wonach ein EU-weites Abrechnungssystem für Tantiemen den Wettbewerb ankurbeln könnte, weil die Einrichtung neuer Online-Shops damit leichter werde. Eine EU-weite Lizenz für Online-Musik solle dabei nur der Einstieg in die Vermarktung weiterer Inhalte im Internet sein.

Anspassung

Bisher müssen solche Musik-Websites wie etwa iTunes von Apple für jedes Land eigene Abteilungen auf ihren Websites einrichten, um die jeweiligen nationalen Abrechnungssysteme zu bedienen. Die Studie nach einer vor einem Jahr gestarteten öffentlichen Anhörung spreche sich weiter dafür aus, EU-weite Lizenzen für Musiktitel zu ermöglichen, hieß es in Kommissionskreisen. Damit könne der Vertrieb vereinfacht werden.

Wie genau diese Lizenzen vergeben werden, sei noch offen. Denkbar seien unter anderem mehrere miteinander konkurrierende Abrechnungssysteme. Die Kommission habe sich auch nicht festgelegt, ob sie eine EU-Regelung vorschlagen will oder es bei Empfehlungen an die Mitgliedstaaten belassen will. Letztlich seien dies privatrechtliche Verträge.

Kein Ersatz

Auf keinen Fall solle das neue System bestehende nationale Einrichtungen wie die deutsche Gema zur Abrechnung von Tantiemen für die öffentliche Darbietung von Musik ersetzen, sagte ein Experte der Kommission. Auch seien derzeit Radiosender kaum betroffen. Zu erwarten sei aber, dass langfristig auch Rundfunkstationen verstärkt urheberrechtlich geschützte Inhalte im Internet anböten und damit ebenfalls von einem EU-weiten Lizenzsystem profitieren würden. (APA/Reuters)

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