Paraguay: Proteste gegen Privatisierungspläne

4. Juli 2005, 11:44
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Demonstration gegen geplanten Verkauf der Telefon- und Wassergesellschaften sowie der Eisenbahn - Keine Zustimmung des Parlaments

Asuncion - In Paraguay haben am Donnerstag Tausende gegen Privatisierungspläne ihrer Regierung protestiert. Bauern, staatliche Angestellte und Studenten marschierten in der Hauptstadt Asuncion zum Parlament, das über einen Verkauf staatlicher Unternehmen beriet. "Nein zu Privatisierungen! Ja zur nationalen Souveränität!", riefen die Demonstranten.

"Wir wollen die Regierung darauf aufmerksam machen, dass wir es nicht zulassen werden, wenn das Land ausgeraubt und geplündert wird", sagte Adrian Vazquez, einer der Anführer der Proteste. In Asuncion hatten sich rund 5.000 Menschen zu dem Marsch versammelt. In anderen Teilen des Landes errichteten Demonstranten Straßenblockaden, um ihre Unterstützung zu zeigen.

Regierungswechsel

Während andere lateinamerikanische Staaten in den vergangenen Jahrzehnten umfangreiche Privatisierungen durchgesetzt haben, sind entsprechende Anläufe in Paraguay immer wieder durch Proteste oder Regierungswechsel gestoppt worden. Auch die jüngste Initiative erhielt am Donnerstag nicht die Zustimmung des Parlaments. Mit dem Projekt sollte der Weg für einen Verkauf der staatlichen Telefon- und Wassergesellschaften sowie der Eisenbahn freigemacht werden. Präsident Nicanor Duarte hatte angekündigt, das Wirtschaftswachstum des Landes zu beschleunigen. (APA/Reuters)

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