Chodorkowski-Vertrauter will Russland "Schaden zufügen"

8. Juli 2005, 16:45
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Geschäftsmann: "Ich glaube nicht mehr an Verhandlungen mit den Machthabern im Kreml"

Bonn - Der im israelischen Exil lebende russische Unternehmer Leonid Newslin hat die russische Regierung scharf angegriffen: "Ich will diesem Regime politischen Schaden zufügen", sagte er in einem Interview des russischen Programms der Deutschen Welle - DW-RADIO. Newslin, der sich als Einziger aus der Unternehmensspitze des früheren russischen Ölkonzerns Yukos auf freiem Fuß befindet und zu den Vertrauten des verurteilten Yukos-Chefs Michail Chodorkowski zählt, fügte hinzu, er setze "vor allem auf die Beeinflussung der öffentlichen Meinung auch in den früheren Republiken der Sowjetunion".

Der Geschäftsmann und Großaktionär zeigte sich laut DW-Radio skeptisch gegenüber Gesprächen und Kontakten mit der russischen Regierung. "Ich glaube nicht mehr an Verhandlungen mit den Machthabern im Kreml. Ich glaube auch nicht an Verabredungen westlicher Spitzenpolitiker mit (Wladimir) Putin". Westliche Investitionen in Russland seien vom Wohlwollen der Politik abhängig, das gelte auch für Arrangements mit der russischen Regierung. Er zeigte sich überzeugt, dass sich auch in Weißrussland und in der Russischen Föderation "politische Umwälzungen vollziehen werden". Russland habe "zweifelsohne eine demokratische Perspektive". Darüber könne auch der unter Präsident Putin "wiederbelebte Neostalinismus nicht hinwegtäuschen". (APA/dpa)

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