Bahnhofs Wien-Mitte: "Die Einigung ist in Sicht"

13. Juli 2005, 19:47
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Um die Überbauung des Bahnhofs ist doch noch Bewegung gekommen kommen - ÖBB und Bauträger B. A. I.: "In zehn Tagen fertig"

Wien - Unmittelbar vor Ablauf eines von den ÖBB gesetzten Ultimatums dürfte in die Verhandlungen um die Überbauung des Bahnhofs Wien-Mitte nun doch Bewegung kommen.

"Eine Einigung scheint in Reichweite", erklärte Martin Huber, Vorstandssprecher der ÖBB-Holding AG, in einer schriftlichen Mitteilung. Huber hatte vom Bauträger B.A.I. (Bauträger Austria Immobilen) bis 30. Juni eine Lösung verlangt und mit einem eigenen Projekt gedroht.

"In zehn Tagen fertig"

Zuversichtlich ist man nun auch beim Investor B.A.I.. "Die Einigung ist in Sicht. Ich hoffe, dass wir in zehn Tagen fertig sind", sagte B.A.I.-Geschäftsführer Thomas Jakoubek. Scheitern könnte der Bau aber noch an der Frage der Ausmietungen. Probleme gibt es übrigens nicht mit der Interspar-Filiale in dem derzeitigen Bahnhofsgebäude, sondern mit der "kleinteiligen Vermietung". Nicht nennen wollte Jakoubek den ausverhandelten Kaufpreis für das Grundstück in Wien-Landstraße. Es sei jedenfalls um einiges teurer geworden, als anfangs angenommen.

Die B.A.I. will im Gegenzug weitere Sicherheiten: "Wenn die Ausmietungen nicht so laufen, wie wir uns das vorstellen, dann müssen wir wieder aus dem Vertrag herauskönnen." Im Klartext heißt das, dass die B.A.I. - selbst bei einem unterschriebenen Vertrag - das Projekt des Architektenduos Henke und Schreieck nicht umsetzen will, wenn man die alten Mieter aus dem Bahnhof nicht loswird.

Nachfrist für Investor

An dem Bahnhof in Wien-Landstraße soll ein 70-Meter-Hochhaus errichtet werden, das von einer 35 Meter hohen Bebauung flankiert wird. Geplant ist die Neugestaltung des Bahnhofsareals und die Errichtung eins Einkaufszentrums. Bis zuletzt haben sich aber die ÖBB als Grundstückseigentümer und die B.A.I. als Projektbetreiber nicht über den Grundstückspreis einigen können.

"Unsere Gesprächspartner bekommen eine Nachfrist. Die jüngst eingetretene Flexibilität gibt Grund zur Hoffnung", sagt Huber jetzt: "Wo es noch Probleme gibt, sind konkrete Zusagen zu fixen Bauterminen." Diese müssten verbindlich vereinbart werden.

Laut B. A. I. könnte frühestens in einem Jahr mit dem Bau begonnen werden. In fünf Jahren, also 2010, könnte die neue Überbauung des Bahnhofs fertig sein.

Um den Neubau des Bahnhofs Wien-Mitte wird bereits seit vielen Jahren gestritten. Im Jahr 2003 war ein umstrittenes Projekt nach einer heftigen Debatte um Denkmalschutz und das Weltkulturerbe gescheitert. Vorgesehen waren damals drei bis zu 97 Meter hohe Türme. (APA, red, DER STANDARD Printausgabe, 01.07.2005)

  • Innenansicht des Bahnhofgebäudes Wien-Mitte
    foto: derstandard.at/graf

    Innenansicht des Bahnhofgebäudes Wien-Mitte

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