Sierra Leone: UN beenden erfolgreichen Friedenseinsatz

3. Juli 2005, 09:21
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Schrittweiser Rückzug zum Jahresende

New York - Die UN-Truppen in Sierra Leone werden nach ihrem erfolgreichen Friedenseinsatz zum Jahresende abgezogen. Das beschloss der UN-Sicherheitsrat am Donnerstag. Die Zahl der noch rund 3400 Soldaten in dem westafrikanischen Land wird nun schrittweise reduziert, teilte der Präsident des Rates, der französische UN-Botschafter Jean-Marc de La Sabliere, mit. Der Rückzugsbeschluss spiegle das Vertrauen der Vereinten Nationen in die Fähigkeit der neuen Führung Sierra Leones wider, die Folgen eines zehn Jahre langen Bürgerkrieges zu überwinden und den Frieden zu wahren.

Friedensabkommen

Vor vier Jahren hatte der Sicherheitsrat die Verstärkung der Blauhelmtruppe in dem Land auf 17.500 Mann und damit die seinerzeit größte UN-Friedensmission beschlossen. Damit trugen die UN dazu bei, das Friedensabkommen für Sierra Leone vom 10. November 2000 zu verwirklichen. In dem Konflikt, der im Frühjahr 1991 mit dem Einmarsch eines Rebellenheeres unter dem einstigen Unteroffizier Foday Sankoh aus Liberia begann, wurden Zehntausende von Menschen getötet worden. Die meisten waren Zivilisten.

Mehr als 2 Millionen Einwohner flüchteten in benachbarte Länder oder weniger stark von Kämpfen betroffene Gebiete Sierra Leones. In dem jahrelangen Machtkampf zwischen einander abwechselnden Regierungen und der Rebellentruppe RUF ging es vor allem um den Zugriff auf die Diamanten, Edelhölzer und andere Rohstoffe des Landes. (APA/dpa)

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