Amnesty: Erneut Tote bei Räumung einer Siedlung

8. Juli 2005, 16:32
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Mindestens drei Menschen starben bei Deportation

London - Bei der erneuten Räumung einer Siedlung in Simbabwe sind nach Angaben von amnesty international in den vergangenen 48 Stunden mindestens drei Menschen getötet worden - darunter eine schwangere Frau und ein Kind. "Es gibt unbestätigte Berichte über ein zweites getötetes Kind. Die Umstände sind noch nicht klar", erklärte die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag in London.

Unfälle bei Deportationen

Beim Abriss von Häusern in der von der Regierung des Landes als illegal betrachteten Siedlung Porta Farm bei Harare seien zudem 10.000 Einwohner vertrieben worden. Viele der Vertriebenen seien in Lastwagen der Polizei abtransportiert und zu einem unbekannten Ziel gebracht worden. Zwei Frauen seien getötet worden, als sie von einem Polizeilaster fielen. Das vierjährige Kind sei von einem anderen Lastwagen überrollt worden.

Amnesty forderte die Regierung von Präsident Robert Mugabe auf, die Vertreibungen und Häuserzerstörungen sofort einzustellen, durch die mindestens 300.000 Menschen ihr Zuhause verloren hätten. In diesem Monat sind in Simbabwe schon einmal zwei Kinder ums Leben gekommen, während ihr Haus abgerissen wurde. Mugabes Regierung bezeichnet die Zerstörung von Häusern als Kampf gegen den illegalen Siedlungsbau. Kritiker sehen darin aber einen Vergeltungsakt gegen die Stadtbevölkerung, die bei den Wahlen im März überwiegend für die Opposition gestimmt hatte. (APA/Reuters)

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