Polizist wegen tschetschenischen Terroranschlägen verurteilt

4. Juli 2005, 11:40
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Nachlässiger Beamter muss sieben Jahre in Gefängnis

Moskau - Nach den Bombenanschlägen tschetschenischer Selbstmordattentäterinnen auf russische Flugzeuge mit 90 Toten 2004 ist ein Polizist wegen Fahrlässigkeit zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Der Hauptmann der Flughafenpolizei habe die Frauen bei ihrer Ankunft in Moskau laufen lassen, obwohl sie bereits Verdacht erregt hatten, befand das Gericht am Donnerstag.

Flugzeuge gesprengt

Vier Tschetscheninnen waren am 24. August 2004 mit dem Flugzeug aus Südrussland in dem Moskauer Flughafen Domodedowo eingetroffen. Nachdem der Polizist sie ohne weitere Überprüfungen laufen ließ, beschafften sich zwei über einen Schwarzhändler Tickets nach Sotschi und Wolgograd. Auf den nächtlichen Flügen zündeten sie zeitgleich ihre Bomben. Die Maschinen stürzten ab, 90 Menschen wurden getötet.

Im April waren bereits der Schwarzhändler sowie ein Angestellter der Fluggesellschaft Sibir zu anderthalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Verantwortung für den Anschlag auf die Flugzeuge übernahm der tschetschenische Terroristenführer Schamil Bassajew, der wenige Tage später auch den Überfall auf die Schule in Beslan anordnete. Dabei wurden 330 Menschen getötet, die meisten von ihnen Kinder. (APA/dpa)

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