Kopf des Tages: Brigitte "Gitti" Ederer

von Redaktion  |  12. Juli 2005, 15:29

"Na geh, das passiert nie, dass ich Chefin werd"

Es war eine Überraschung, als Mittwochnachmittag die Mitteilung kam: Brigitte Ederer (49), frühere SPÖ-Politikerin und seit 2001 im Vorstand von Siemens Österreich, folgt Albert Hochleitner als Siemens-Chefin.

Viel wurde in den vergangenen Wochen und Monaten spekuliert, wer Hochleitner wohl beerbt, dessen Vertrag im Herbst ausläuft, der aber auch privat immer wieder durchblicken ließ, dass er gerne zumindest noch ein halbes Jahr anhängen würde. Nicht zuletzt, um den VA-Tech-Deal eine Zeit lang zu begleiten.

Ederer selbst hat sich bei diesem Namedropping zumindest nach außen hin immer bescheiden gegeben, so wie es ihre Art ist. "Na geh, das passiert nie, dass ich Siemens-Chefin werd", hat sie jenen gekontert, die meinten, sie hätte in der Palette der Hochleitner-Nachfolger gute Chancen. Viele hatten auf Alfred Ötsch getippt, den Hochleiter einst zu Siemens nach Deutschland schickte. Dass er trotzdem zurück in den Vorstand kommt, hat viele überrascht.

Vertraute beschreiben Ederer als extrem gute Verhandlerin, als Strategin, die auch bereit ist, ins Detail einzusteigen. Gleichzeitig habe sie aber auch das typische Syndrom mancher Ex-Politiker: Sie weiß, sie muss besonders gut sein, um das Image der Polit-besetzung loszuwerden.

Dabei hat Ederer als studierte Volkswirtin sowohl fachlich wie auch menschlich viele Voraussetzungen, einen der größten Industriebetriebe Österreichs mit 18.000 Mitarbeitern zu führen.

Als "offen, ehrlich, kompetent und nicht eitel" wird sie beschrieben. Die Kumpelhaftigkeit, die man ihr nachsagt, kränkt sie manchmal. In einer Umfrage eines Zeitgeistmagazins hieß es einmal, die Mehrheit der Männer würde sich von Ederer lieber vor dem Ertrinkungstod retten lassen, als mit ihr nach Venedig zu fahren. Sie weiß das und sagt: "Ich war schon immer eher die Frau zum Reifenwechseln als für die Disco."

Daheim ist Ederer in einer modern eingerichteten Dachwohnung im zweiten Wiener Gemeindebezirk, wo sie und die privaten Gäste von ihrem Mann, dem EU-Abgeordneten Hannes Swoboda (SP), bekocht werden. Beide lebten jahrelang zusammen, ehe sie vor drei Wochen geheiratet haben.

Begonnen hat ihre Karriere in der Arbeiterkammer. Was sie auch später machte, sie war immer die erste Frau in der jeweiligen Position. 1995 wurde sie die erste weibliche Bundesgeschäftsführerin der SPÖ, 1997 war sie die erste Wiener Finanzstadträtin.

Als Staatssekretärin im Bundeskanzleramt erzielte sie 1994 ihren größten politischen Erfolg in den Beitrittsverhandlungen mit der EU. Dass sie auch als erste Siemens-Chefin nicht die Bodenhaftung verlieren wird, steht fest, denn sie weiß: "Die Leute grüßen die Hülle, und nicht die Person." (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 01.07.2005)

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11 Postings
W. G.
01.07.2005 15:56
dieses firmen-logo wird langsam zum warning-label

BM2 
01.07.2005 20:34
gratuliere

hab sie mal persönlich kennengelernt bei der vmiz-eröffnung bei der asfinag

ronin  
01.07.2005 13:39

oiso wenn i so an lebenslauf präsentieren würde wie de gitti ederer, dann wär i froh, wenn i irgendwo ois sektretärin unterkommen würde um 1200 euro brutto im monat.....oba ned bei siemens in der vorstandsetage! typisch österreich hoid.

Evelyne R.
01.07.2005 11:26
2 Dinge sprechen gegen Ederer

Erstens, dass sie in der Franklinstrasse maturiert hat (da kommen jetzt eine Menge bissiger Bemerkungen auf mich zu) und zweitens, dass sie die ATS 1,000 x ca 8 Millionen nie ausgeteilt hat. (Kein Wunder bei den schlechten Mathematiklehrern, die sie ja in dieser Schule - siehe oben - gehabt hat). Was für sie spricht: alle rund um sie sind sicher nicht besser und wahrscheinlich schlechter.

Yossarian
01.07.2005 13:24
Der 'Ederer-Tausender' galt für einen 4-Personen Haushalt

Und nicht pro Person.

Mir scheint, Ihre Schule hat auch nicht gerade die besten Lehrer bzw. die cleversten Schüler gehabt.

leoplodine mayer
01.07.2005 11:07
gedanken einer mutti :-)

innerhalb österreich´s gibt es seit dem EU-beitritt gewinner, nämlich die ökonomische klasse und deren repräsentanten. da wären prinzhorn, androsch, bartenstein und die ederer zu nennen. dieser ökonomischen klasse ist die fachkompetenz nicht ab zu sprechen. eine fachkompetenz, die von der "bereinigung" des personalwesens spricht, wenn arbeitnehmer bei unternehmensgewinn für weitere profite entlassen werden; wie dies bei siemens in deutschland der fall war. und das ederer "ehrlich" ist, beweist ihr sager, dass nach dem EU beitritt österreichs jeder österreicher 1000 schilling (73 €) mehr pro monat zur verfügung haben werde :-).

duke box
01.07.2005 10:55

die schuldet mir noch einen tausender.

ronin  
01.07.2005 13:38

walesa wurde wegen so was wenigstens vor gericht gestellt. warum wird ederer ned angezeigt? gitti i wü mein 1000er!

Jan Sommer
01.07.2005 10:28
Von wegen überrascht - Novomatics Automaten- und Wettcasino im Prater


ist durchgedrückt - Zeit für den Aufbruch zu neuen, nein, nicht Durchdrückereien, sondern neuen Ufern selbstverständlich.
js

gugl hupf1
01.07.2005 06:36
gratuliere

Roter Baron Infos zum Powerposten
30.06.2005 21:22
kuhl

endlich verdient sie genug
dass wir ne chance haben
den eu-tausender einzuklagen.

roter baron

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