Mehrere Tote bei Protesten gegen verschobene Wahl

4. Juli 2005, 11:33
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Polizei löst Kundgebungen auf - Präsident Kabila soll Kinshasa verlassen haben - Ultimatum der Opposition läuft ab

Kinshasa/Nairobi - Bei Demonstrationen gegen die Verschiebung der geplanten Wahl in Kongo sind nach unbestätigten Angaben bis zu sechs Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei habe mehrere Protestmärsche gewaltsam verhindert und Tränengas eingesetzt, berichtete ein Mitarbeiter einer internationalen Organisation am Donnerstag in Kinshasa. Hubschrauber und Kampfjets seien im Tiefflug über die Stadt geflogen.

Präsident Joseph Kabila soll die Stadt vorübergehend verlassen haben, hieß es. Beobachter rechnen damit, dass die Proteste in der Nacht wieder aufflammen. Um Mitternacht läuft ein Ultimatum der Opposition ab, die die Übergangsregierung zum Rücktritt aufgefordert hatte.

Am 30. Juni hätten zum ersten Mal in der Geschichte des Landes nationale Wahlen stattfinden sollen. Sie waren im Friedensabkommen von 2003 vorgesehen, dass den blutigsten Bürgerkrieg Afrikas mit etwa 3,5 Millionen Toten offiziell beendete. Wegen immenser logistischer Probleme und politischer Verzögerungen wurden die Wahlen zunächst um ein halbes Jahr verschoben. Auf diese Weise bleiben Kabila und seine vier Vizepräsidenten länger im Amt als vorgesehen. Die Oppositionspartei UDPS erklärte die Verschiebung für illegal und rief zu Protestaktionen auf. (APA/dpa)

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