Saudiarabien: Möglicherweise bald Tugendwächterinnen

3. Juli 2005, 09:46
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Männlichen Religionspolizisten sind Verhaftungen von Frauen "peinlich"

Riad/Kairo - Den langbärtigen Religionspolizisten der saudiarabischen Behörde zur Förderung der Tugend und Vermeidung des Lasters könnte bald eine schwarz verschleierte Frauenbrigade zur Seite gestellt werden. Die saudiarabische Zeitung "Al-Watan" (Vaterland) berichtete am Donnerstag, die Scheichs der Religionspolizei-Behörde diskutierten erstmals einen entsprechenden Vorschlag.

Sollte dieser Vorschlag umgesetzt werden, erhielte die Religionspolizei erstmals auch Zugang zu Orten, die für sie bisher tabu waren, da dort keine Männer zugelassen sind. Ein weiterer Grund für den Vorstoß sei die "Peinlichkeit", die für die männlichen Religionspolizisten bei der "Verhaftung oder Ermahnung" von Frauen entstehe, hieß es.

Stockhiebe

Die Religionspolizisten sorgen in dem islamischen Königreich dafür, dass alle Moslems zum Gebet in die Moschee gehen. Wer sich weigert, riskiert Stockhiebe. Außerdem bewachen sie die Eingänge von Mädchenschulen und achten darauf, dass die Gebote der Geschlechtertrennung und die staatliche Kleiderordnung eingehalten werden. Frauen, die kein bodenlanges schwarzes Gewand tragen oder unter dem Kopftuch Haarsträhnen erkennen lassen, werden von ihnen gelegentlich barsch zur Ordnung gerufen.

Die Religionspolizisten ("Mutawa'een") waren in die Kritik geraten, nachdem im März 2002 bei einem Feuer in einer Mädchenschule 15 Schülerinnen verbrannt waren, weil die Sittenwächter die unvollständig bekleideten Mädchen nicht aus dem Gebäude lassen wollten. (APA/dpa)

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