Wahlkampf bringt Mindestlohn-Erhöhung

1. Juli 2005, 16:44
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Beträgt derzeit nur 35 Prozent des Durchschnittslohnes

Warschau - Im polnischen Parlament ist der Wahlkampf voll im Gang. Die Abgeordneten bereiten bereits ein neues Geschenk für die Wähler vor: sie möchten den gesetzlichen Mindestlohn erhöhen. Arbeitgeber und die Regierung protestieren und warnen, dass durch die Entscheidung die Arbeitslosenzahl wachsen könne.

Den Gerichtsentwurf unterstützten während der Debatte am gestrigen Mittwoch im Sejm alle Fraktionen außer der rechtsliberalen Bürgerplattform (PO). "Der Entwurf schadet den Interessen der 20-Jährigen. Schon heute haben 37 Prozent der Personen unter 24 Jahren Lebensjahr keine Arbeitsstelle", sagte PO-Chef Jan Rokita. Er zitierte dabei Experten, die beweisen, dass die Erhöhung des Mindestlohns mit einem Rückgang der Beschäftigung junger Mitarbeiter einhergeht.

Der Mindestlohn beträgt zurzeit in Polen 849 Zloty (rund 210 Euro) brutto, was 35 Prozent des Durchschnittslohnes entspricht. In der EU beträgt er durchschnittlich 68 Prozent des Durchschnittslohnes. Die Abgeordneten schlagen vor, dass der Mindestlohn bis zur Hälfte des Durchschnittslohnes erhöht werden sollte. Die Erhöhung soll etappenweise erfolgen. Jedes Jahr würde der Mindestlohn nicht nur um die Inflationsrate, sondern auch um zwei Drittel des vorgesehenen Wirtschaftswachstums wachsen. Das Gesetz wird höchstwahrscheinlich bald verabschiedet werden. Der Mindestlohn wird dann im nächsten Jahr um rund 36 Zloty (8,9 Euro) steigen. (APA)

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