Schumacher und die ländliche Idylle

3. Juli 2005, 15:46
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Warum der Champion Frankreichs Mitte mag und warum Kliens Red Bull fast abbrannte - "Business as usual" für Friesacher

Magny Cours - Michael Schumacher ist nicht gerade für seine Ironie bekannt. Aber was der Serien-Weltmeister der Formel 1 vor dem Grand Prix von Frankreich (Sonntag, 14), für den am Freitag erstmals trainiert wird, verlauten lässt, entbehrt nicht eines gewissen Witzes: "Mir liegt die ländliche Idylle in Frankreichs Mitte, ich mag von Haus aus Ruhe und Natur, daher fahre ich immer ganz gern zu diesem Rennen."

Naturgemäß zieht es ihn auch deshalb hier her, weil er mit der Piste recht gut zurecht kommt, was die Piste nicht wesentlich von ihren Kolleginnen auf dieser Welt unterscheidet. Sieben Mal hat Kerpens großer Sohn hier bereits gewonnen, im Vorjahr schaffte er dies sogar mit vier Boxenstopps.

Schumacher: "Die Strecke ist nicht einfach zu fahren, der Kurs recht anspruchsvoll, und dann kommt oft noch eine sehr große Sommerhitze dazu. Die kann einem das Leben während eines Rennens schon recht schwer machen, denn oft wird die Strecke immer rutschiger."

Zuletzt in den Überseerennen holte Schumacher ordentlich auf in der WM, was er vor allem dem Boykott der Michelin-Teams beim GP der USA in Indianapolis zu verdanken hat. In der Gesamtwertung liegt er gegenwärtig an dritter Stelle, sein Rückstand auf den führenden Spanier Fernando Alonso im Renault beträgt 25 Punkte. "Die Situation ist wieder etwas offener geworden", sagt der Meister dazu, "dennoch kann ich nur davor warnen, daraus zu viel Optimismus zu schöpfen." Jedenfalls habe er den Kampf nie aufgegeben und werde dies mit Sicherheit weiterhin nicht tun.

Christian Klien und sein Red-Bull-Auto bereiteten sich wie die Konkurrenz in Jerez de la Frontera vor, und der Vorarlberger berichtet von einem heißen Erlebnis: "Wir hatten 38 Grad Luft- und fast 50 Grad Asphalttemperatur. Die Auspufftemperatur stieg dermaßen an, dass sich die Heckverkleidung noch während der Fahrt entzündete. Als ich die Flammen im Rückspiegel sah, stoppte ich am Fahrbahnrand. Die Streckenposten waren sehr rasch zur Stelle und konnten dadurch einen größeren Schaden verhindern."

Patrick Friesacher und sein Minardi, deren letzter Platz in Indy ein sechster war, sind auch diesmal von hinten zu favorisieren, doch diesmal dürfte es dafür keine Punkte geben. (DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 1. Juli 2005, bez, APA)

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    Die Boliden sind natütlich schon an der Strecke.

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