Handball: Hypo NÖ hat wieder neuen Trainer, aber alte Europacup-Ziele

7. Juli 2005, 13:27
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Betreuer Nummer 26 ist Däne Zinglersen - Chinesin sorgt für Premiere, kommt Ziukiene?

Maria Enzersdorf - Mit dem Dänen Ryan Zinglersen, dem 26. Trainer seit Gründung des Vereins 1972 und zumindest fünf neuen Spielerinnen, aber alten Zielen nimmt Frauen-Serienmeister Hypo Niederösterreich am 17. Juli mit einem Trainingslager in Faak am See seine Vorbereitungen auf die neue Handball-Saison auf. "Meine Erwartung lautet wie jedes Jahr: Champions League gewinnen", sagte Hypo-Manager Gunnar Prokop am Donnerstag.

Zuletzt war der Anlauf auf den neunten Europacup-Gewinn im Semifinale von Kometal Skopje gestoppt worden. Der abermalige Versuch der Südstädterinnen, die nach zweijähriger Unterbrechung wieder für die Gruppen-Phase gesetzt sind und daher erst ab Jänner in die Elite-Liga eingreifen, wird unter dem Kommando eines neuen "Dirigenten" unternommen. Der 43-Jährige, der Viborg HK zum Meistertitel und zu einem EHF-Cupsieg geführt hatte, trat die Nachfolge des im Frühjahr von Hypo geschiedenen Serben Mile Isakovic an und erhielt einen Ein-Jahres-Vertrag.

Zinglersen war Hypo von einer Agentur angeboten worden, für ihn sprachen gleich mehrere Gründe. "Er hat in Viborg gute Arbeit geleistet, ist ein loyaler Teamarbeiter, kein Einzelgänger, teamfähig und er spricht Deutsch", meinte Prokop, laut dem der Däne auch eine andere, ganz wichtige Bedingung erfüllt: Er kommt mit seiner ganzen Familie (Frau und zwei Buben) nach Österreich. "Ohne Familie um sich zu haben, kann man nicht die beste Leistung bringen", betont der Manager.

Der Betreuer suchte eine neue, große Herausforderung. "Mit uns hat er sie gefunden", erzählte Prokop von den Verhandlungen mit dem "Wikinger", der einen Kader zur Verfügung hat, dessen Stamm keine große Veränderung erfuhr. Das hat man im Vorjahr so gehalten und war erfolgreich, deshalb wurde das wieder so gehandhabt. "Von den ersten Sieben sind weiterhin sechs an Bord", erklärte Prokop. Sechs Spielerinnen verließen die Südstadt, sechs neue kamen.

Zu den Abgängen zählte auch Katrin Engel, die auf Leihbasis für ein Jahr zum deutschen Double-Gewinner 1. FC Nürnberg (ÖHB-Teamchef Herbert Müller, Steffi Ofenböck und Babsi Strass) ging. Den Weg zurück zu Hypo fanden Marina Budecevic (zuletzt TV Lützellinden) und Ala Matuschkowitz (McDonald's Wr. Neustadt). Mit Adriana do Nascimento Lima wurde eine dritte brasilianische Teamspielerin eingekauft.

Neu sind auch Rumäniens Teamflügel Alina Marin-Ariton (VC Debrecen) und die chinesische Teamtorfrau Yu Ge-Li (Armee-Klub Peking), die als erste Vertreterin aus dem Reich der Mitte in Österreich ihr Handball-Glück versucht. Ein dicker Fisch könnte Hypo mit Ausra Ziukiene in der nächsten Woche noch ins Netz gehen. Die "Welthandballerin 1999", die heuer mit Slagelse FH (DEN) den achten Champions League-Titel (davon fünf mit Hypo) ihrer Karriere einfuhr, wird zu letzten Verhandlungen erwartet.

Meldungen, wonach die 38-Jährige schon für Wr. Neustadt unterschrieben hätte, wies Prokop als falsch zurück. "Der Ball liegt bei ihr, ich habe für eine Klassespielerin wie sie noch eine finanzielle Reserve", erklärte der Handball-Zampano, dem klar ist, dass die gebürtige Litauerin und frühere ÖHB-Internationale, die er 1992 nach Österreich geholt hatte, keine 60 Minuten mehr durchhält, sondern nur noch als Halbprofi tätig sein würde. Sollte Ziukiene absagen, hat man die Rumänin Roxanna Gatzel als Alternative im Auge.(APA)

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