KSV "nicht unglücklich, nicht dabei zu sein"

21. Dezember 2005, 12:52
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KommunistInnen und Liberale stützen die neue ÖH-Führung, wollen aber nicht alles mittragen - Fachschafts­listen enttäuscht, dass mit ihnen keine Gespräche geführt wurden

Der Chef der Fachschaftslisten Österreichs (FLÖ) Gabor Sas ist enttäuscht: "Ich habe im Vorhinein gesagt, dass wir Verantwortung übernehmen wollen", erklärt der Vorsitzende der ÖH an der Technischen Uni Wien (HTU) im Gespräch mit derStandard.at/Uni. Wenigstens nach den Wahlen, als die rot-grüne Mehrheit noch auf wackeligen Beinen stand, hätte er sich erwartet, dass sie das Gespräch mit der FLÖ suchen. "Klar, jetzt war die Mehrheit fix und sie sind deshalb nicht mehr auf uns angewiesen", so Sas.

Für die Zukunft kündigt Sas an, sachorientiert arbeiten und Anträgen der Exekutive zustimmen zu wollen, bei denen er inhaltliche Übereinstimmungen sieht. "Ein wichtiges Thema für uns ist das Studienförderungsgesetz, das auf das Bakk- und Master-System noch nicht abgestimmt ist."

Auch beim Themenbereich "Ausländische Studierende" will der gebürtige Ungar Akzente setzen: "Wir haben eine Liste eingereicht, auf der nur ausländische Studierende kandidiert haben. Diese wurde von der Wahlkommission erwartungsgemäß abgelehnt." Deshalb will Sas, der Zustellungsbevollmächtigter der Fraktion ist, nun die Wahlen anfechten.

Das bedeutendste Thema aber ist auch für Sas der offene Hochschulzugang: "Ich sehe das etwas differenzierter: Dass es in Österreich keine Zugangsbeschränkungen gibt, ist falsch. Zum Beispiel an den Kunstunis gibt es das. Ebenso an der Medizin, auch wenn man das nicht öffentlich aussprechen will."

Mitgewählt, aber nicht mit dabei

Offen unterstützt wird die neue ÖH von Kommunistischen und Liberalen Studierenden, die jedoch nicht in der Koalition vertreten sind. "Wir haben Rot-Grün mitgewählt, weil uns bestimmte Projekte wichtig sind", erklärt Andreas Filipovic die Haltung des KSV. Als Beispiele nennt er den Kampf gegen Zugangsbeschränkungen oder Pläne, einen Gegengipfel zur bevorstehenden österreichischen EU-Präsidentschaft zu organisieren.

"Aber in der Vergangenheit gab es ein paar Prestigeprojekte, mit denen wir nicht einverstanden waren. Deshalb sind wir nicht unglücklich, dass wir nicht in der Exekutive sind", betont Filipovic. Er werde von Fall zu Fall entscheiden, welche Projekte der KSV unterstützen werde. "In den meisten Fällen werden wir aber mitstimmen", zeigt sich der KSV-Mandatar zuversichtlich.

Ähnlich die Haltung des LSF: "Ich habe schon vor den Wahlen gesagt, dass wir themenorientiert arbeiten wollen und so werde ich das auch handhaben", erklärt Thomas Ehrenhauser im derStandard.at/Uni-Gespräch. Er habe der neuen rot-grünen Exekutive im Vorhinein sein Vertrauen ausgesprochen, indem er sie mitgewählt habe. "Ich denke, sie werden ihre Arbeit gut machen, aber ich werde regulierend eingreifen, wo ich es für nötig halte." Nun müssten sie auch beweisen, dass sie es auch verdienten, unterstreicht der LSF-Mandatar.

Von Sonja Fercher

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  • KSV-Mandatar Andreas Filipovic ist nicht unglücklich, dass seine Fraktion nicht in der Koalition vertreten ist. Mitgewählt hat er Rot-Grün dennoch.
    foto: derstandard.at/sonja fercher

    KSV-Mandatar Andreas Filipovic ist nicht unglücklich, dass seine Fraktion nicht in der Koalition vertreten ist. Mitgewählt hat er Rot-Grün dennoch.

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