SLD baut eine breite linke Wahlplattform

28. Juli 2005, 13:43
posten

Regierungspartei will mit anderen linken Gruppierungen antreten

Warschau - Die polnische Regierungspartei SLD wird - ähnlich wie in den Jahren 1991, 1993 und 1997 - bei der Parlamentswahl im heurigen Jahr gemeinsam mit anderen linken Gruppierungen antreten. SLD-Chef Wojciech Olejniczak will vor den Wahlen Verträge mit rund 20 politischen und sozialen Organisationen unterzeichnen. Eine formale Wahlkoalition wird es aber diesmal nicht geben.

Am gestrigen Mittwoch wurden Übereinkünfte mit dem Verband der Schrebergartenbesitzer, dem Polnischen Lehrerverband, der Christlich-Sozialen Union, dem Verband der Sozialistischen Jugend Polens, der Gesellschaft für Laienkultur, der Edward-Gierek-Bewegung für wirtschaftliche Wiederherstellung und der Föderation der Gewerkschaften der Bahnarbeiter geschlossen. Mitte Juni unterzeichnete Olejniczak den Vertrag mit der Vereinigung der Gewerkschaften (OPZZ). Bald soll auch ein Kooperationsabkommen mit der Union der Linken geschlossen werden. Außerhalb der Wahlplattform der SLD bleibt die von der Regierungspartei abgespaltene Sozialdemokratie Polen (SdPl) von Marek Borowski, die allein bei der Wahl antreten will.

Verbreiterte Wählerbasis

Die SLD verpflichtet sich, den Vertretern der Organisationen Plätze auf ihren Wahllisten zur Verfügung zu stellen. Im Austausch erwartet die Partei Unterstützung in der Wahlkampagne. Die SLD will durch die Zusammenarbeit mit den linksorientierten Organisationen ihre Wählerbasis stark verbreitern.

Anders als bei den früheren Wahlen startet die SLD formal in den Kampf um die Mandate nicht als Wahlkoalition, sondern als Einzelpartei. In diesem Fall betrifft sie die Fünf-Prozent-Hürde. Bei einer Wahlkoalition müsste diese mindestens acht Prozent der Stimmen erhalten, um ins Parlament zu gelangen. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Wojciech Olejniczak, SLD-Chef

Share if you care.