"Ewiger Freiheitskämpfer" mit 105 Jahren gestorben

26. Juli 2005, 13:35
posten

Emidio Guerreiro kämpfte gegen Diktatur von Salazar und Caetano sowie im spanischen Bürgerkrieg und in der Resistance

Lissabon - Portugals "ewiger Freiheitskämpfer" Emídio Guerreiro ist in seiner Heimatstadt Guimaraes im Alter von 105 Jahren gestorben. Der renommierte Antifaschist erlag nach Presseberichten vom Donnerstag einer Lungenkrankheit. Guerreiro hatte in den 20er Jahren in Portugal gegen die rechtsgerichtete Diktatur von Antonio Oliveira Salazar und Marcelo Caetano (1926-1974) gekämpft.

Er flüchtete aus dem Gefängnis und schloss sich im spanischen Bürgerkrieg (1936-39) den Republikanern an. Nach deren Niederlage und dem Sieg von General Francisco Franco flüchtete Guerreiro nach Frankreich, wo er später in der Résistance gegen die Besatzungstruppen des deutschen Nazi-Regimes kämpfte.

Erst nach der Nelkenrevolution von 1974, die die Wiedereinführung der Demokratie in Portugal einleitete, kehrte Guerreiro in die Heimat zurück. Dort gründete er die Nationale Volkspartei (PPD). Aus der PPD ging später die konservative PSD (Sozialdemokratische Partei) hervor, der der EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso angehört.

Erst kürzlich verstarben zwei weitere linke portugiesische Widerstandskämpfer, der Ex-Premier Vasco Goncalves und der ehemalige KP-Chef Alvaro Cunhal. (APA/dpa)

Share if you care.