Legaler P2P-Dienst einigt sich mit Sony BMG

27. Juli 2005, 11:02
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File-Sharing spaltet US-Konsumenten

Das Musiklabel Sony BMG hat seine Musik für den legalen P2P-Service Mashboxx lizenziert. Der Dienst des ehemaligen Grokster-Präsidenten Wayne Rosso will das File-Sharing-Feeling der illegalen Online-Tauschbörsen erhalten und ist ein Mix aus Download-Service und P2P-Netzwerk. Wie die New York Times (NYT) berichtet, setzt auch Andrew Lack, Chef von Sony BMG, auf P2P-Systeme, die das Urheberrecht mittels neuer Technologien gewährleisten können. Eine Studie der Solutions Research Group, für die im Mai 1.062 US-Amerikaner befragt wurden, sieht die US-Bevölkerung indessen bei der Frage des File-Sharings gespalten.

Ausfiltern möglich

Mashboxx will Musik in einem P2P-Netzwerk anbieten. Allerdings nutzt das Unternehmen Technologien wie jene von Snocap, die das Ausfiltern urheberrechtlich nicht autorisierter Musikdateien ermöglichen. Copyright-geschützte Songs werden wie bei Download-Diensten wie iTunes für 0,99 Dollar angeboten. Im Gegensatz zu iTunes, wo sich der User nur 30 Sekunden des Songs vor dem Kauf anhören kann, erlaubt Mashboxx den gesamten Song anzuhören. Das Testhören ist freilich zahlenmäßig limitiert. Dadurch soll die Atmosphäre der Tauschbörsen erhalten bleiben. Befragungen von Usern illegaler Tauschbörsen haben in der Vergangenheit immer wieder ergeben, dass vor allem das Entdecken neuer und in den Medien bzw. im Handel nicht oder kaum erhältlicher Musik ein Motiv für die Nutzung von illegalen Tauschbörsen war und ist. Dementsprechend will Mashboxx auch Musik anbieten, die von den Copyright-Inhabern zur freien Nutzung freigegeben wurde sowie schwer erhältliches Material wie etwa Konzertmitschnitte.

"Digital Life America"

Das kürzlich ergangene Urteil in Sachen File-Sharing spaltet indessen die US-Konsumenten, wie aus der Studie "Digital Life America" hervorgeht. Laut Solutions Research Group sind 45 Prozent aller US-Bürger der Meinung, P2P-File-Sharing-Services sollten verboten werden. 39 Prozent sind Befürworter von File-Sharing, 16 Prozent sind sich nicht sicher. Die Studie stellt jedoch signifikante Unterschiede nach Altersgruppen, Bildung und Internetnutzung fest. Selbst bei Internetnutzern gibt es eine Pattstellung: 44 Prozent sind gegen, 44 Prozent für File-Sharing. Bei Breitbandusern nimmt die Zustimmung deutlich zu: 48 Prozent sind dafür, nur 38 Prozent dagegen. Selbst jene User, die bereits online Musik gekauft haben, sprechen sich mehrheitlich für File-Sharing aus.

Signifikant ist auch der Unterschied nach Altersgruppen: Bei jungen Internetusern (zwölf bis 29 Jahre) ist eine Mehrheit von 54 Prozent für File-Sharing, nur 34 Prozent können sich ein gesetzliches Verbot vorstellen. Mit zunehmendem Alter wächst auch die Ablehnung.(pte)

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