UNICEF: "Stilles Massensterben der Kinder in Afrika"

6. Juli 2005, 12:56
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Fast jedes fünfte Kind stirbt vor seinem fünften Geburtstag

Berlin - Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) hat zu einer internationalen Kraftanstrengung gegen die Kindersterblichkeit in Afrika aufgerufen. Fast jedes fünfte Kind in Afrika sterbe vor seinem fünften Geburtstag, erklärte UNICEF Deutschland am Donnerstag in Berlin.

Nach neuesten Berechnungen der Organisation sterben in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara jährlich 4,7 Millionen Mädchen und Buben. Das seien fast die Hälfte aller gestorbenen Kinder weltweit, obwohl in Afrika lediglich zwölf Prozent der Weltbevölkerung leben.

Verbesserung und Verschlechterung

Zwar sei die Lage seit den sechziger Jahren durch Impfkampagnen und bessere Hygiene besser geworden. Aber in Ländern wie Botswana, Kamerun, Elfenbeinküste, Kenia, Südafrika, Swasiland und Simbabwe sei die Kindersterblichkeit in den vergangenen zehn Jahren angestiegen. In zehn weiteren Staaten liege sie auf dem Stand von 1990.

Laut UNICEF sind die größte Gefahr für afrikanische Kinder vermeidbare oder behandelbare Krankheiten wie Malaria, Durchfall, Lungenentzündung oder Masern. Die meisten Todesfälle passieren kurz nach der Geburt oder in den ersten Lebenswochen.

"Skandal"

"Das stille Massensterben der Kinder in Afrika ist ein Skandal", sagte der Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, Dietrich Garlichs. "Mit einfachen und kostengünstigen Maßnahmen wie Impfungen, imprägnierten Moskitonetzen oder der Ausbildung von Hebammen könnte man allein in Afrika jedes Jahr einer Million Kindern das Leben retten."

Mit Blick auf den kommende Woche stattfindenden G-8-Gipfel warnte Garlichs vor übertriebenen Hoffnungen auf die Wirksamkeit des geplanten Schuldenerlasses für afrikanische Staaten. Dieser sei zwar hilfreich. Doch würde ein gerechter Zugang der Entwicklungsländer zu den Weltmärkten und der Abbau von Landwirtschaftssubventionen in den Industrieländern mehr bringen. (APA)

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