Einbrüche um 60 Prozent gestiegen - Einbrecherkönig gibt Vorsorge-Tipps

1. Juli 2005, 21:17
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Fast 18.000 Einbrüche in Österreich bereiten den Versicherungen Sorgen - Hausmeister, Alarmanlagen und Hunde schrecken ab

Wien - Fast 18.000 Einbrüche in Wohnungen und Häuser im vergangenen Jahr in Österreich bereiten den Versicherungen Sorgen. Im Vergleich zu 2003 ist das ein Anstieg von 60 Prozent. "Die Versicherungsbilanz ist negativ geworden", sagte VAV-Generaldirektor Norbert Griesmayr. Sein Unternehmen gewährt in Wien beim Einbau einer Sicherheitstür zehn Prozent Rabatt auf die Haushaltsversicherungsprämie. Die Aktion gilt für alle Neukunden.

Hausmeister schrecken ab

Einbrecherkönig Walter Stummer, mittlerweile im Pensionsalter, plauderte über seine Erfahrungen. "Im Schreibtisch rechts unten ist immer die Handkassa, der Schmuck liegt im Nachtkastl und die Briefmarken- und Münzsammlung ist im Bücherregal." Am meisten gefürchtet hat er während seiner aktiven Zeit Hausmeister, die scheinbar aus dem Nichts auftauchen und gleich fragen: "Wos mochen'S da, wen suchen'S denn?"

Alarmanlagen und Hunde schrecken ab

Eine Umfrage unter Strafgefangenen in Graz hat laut Bezirksinspektor August Baumühlner vom Kriminalpolizeilichen Dienst ergeben, dass Einbrecher sich am ehesten von Alarmanlagen abschrecken lassen, dann von Hunden, Videokameras und Polizei oder Gendarmerie. "Alarmanlagen san a eigenes Kapitel - man kann net olles kennen. I wü's a nimmer lernen", gab Stummer zu.

Trickdiebe versuchen es als Meinungsforscher

Die Bundespolizei warnt auch vor Trickdieben, die per Telefon ihre potenziellen Opfer aushorchen. Ihre Masche ist einfach: Sie geben sich als Mitarbeiter eines Meinungsforschungsinstitutes aus und wollen so alles über die Sicherheitsvorkehrungen der Hausbesitzer erfahren. In Wien sind bereits mehrere Fälle dieser Art bekannt geworden. Jetzt haben die Trickdiebe auch in Oberösterreich ihr Glück versucht.

Der Frau aus Steyr kamen die Fragen der angeblichen Mitarbeiterin eines Meinungsforschungsinstitutes verdächtig vor. Sie wurde gefragt, ob sie Wertgegenstände in der Wohnung habe und ob Sicherheitseinrichtungen gegen Einbruch und Diebstahl bestehen würden. Als die Steyrerin keine Auskunft geben wollte, beendete die - zuvor noch freundliche - Anruferin abrupt das Telefonat.

Die Polizei Steyr warnt vor Telefonanrufen dieser Art und ersucht gleichzeitig um Hinweise. Sollte jemand von den unbekannten Anrufern kontaktiert werden und die Rufnummer scheint am Telefon auf, wird ersucht, die Nummer sofort zu notieren und der Polizei zu melden.

Vorsorge

Balkenriegelschlösser, Türen mit Mehrfachverriegelung, besser noch einbruchhemmende Türen einbauen; Fenster schließen, nicht gekippt lassen; Bewegungsmelder installieren; Telefonnummern von Polizei, Feuerwehr und Rettung gut sichtbar beim Telefon deponieren. Nachbarn bitten, im Urlaub, Werbematerial und Post wegzuräumen. (APA)

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