Lange Haftstrafen für 14 militante Basken und Bretonen

4. Juli 2005, 11:54
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Französisches Gericht verurteilte Gruppe wegen Sprengstoffraubs

Paris - Ein Schwurgericht in Paris hat am Mittwoch 14 militante Basken und Bretonen wegen Sprengstoffraubs zu Haftstrafen zwischen zwei und 20 Jahren verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Angeklagten im Jahr 1999 im bretonischen Plevin mehr als acht Tonnen Sprengstoff gestohlen hatten. Die Richter blieben mit ihrem Urteil unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft, die 15 bis 30 Jahre Haft für die fünf Basken und zwischen vier und elf Jahre für neun angeklagte Bretonen gefordert hatte.

Die Basken erhielten mit 15 bis 20 Jahren Haft die schwersten Strafen. Die fünf mutmaßlichen Mitglieder der baskischen Untergrundorganisation ETA sind laut dem Urteil die Haupttäter. Einer von ihnen war von der spanischen Polizei als einer der meistgesuchten Terroristen des Landes zur Fahndung ausgeschrieben. Das Urteil verbietet den Basken zudem auf Lebenszeit die Einreise nach Frankreich. Ein fünfzehnter Angeklagter wurde freigesprochen. Der Bretone war beschuldigt worden, für die Basken eine Wohnung als Unterschlupf besorgt zu haben.

Am 28. September 1999 hatte ein bewaffnetes Kommando die vier Fahrer des Sprengstofflagers in Plevin außer Gefecht gesetzt. Der Raubzug dauerte weniger als eine Stunde. Den Tätern fielen dabei neben knapp neun Tonnen Dynamit 6.500 Zünder und mehr als zehn Kilometer Zündschnur in die Hände. Nach Angaben des Chefanklägers wurde der Sprengstoff bei zwölf ETA-Anschlägen in Spanien eingesetzt. Dabei kamen den Angaben zufolge in den Jahren 2000 und 2001 insgesamt 18 Menschen ums Leben, rund hundert weitere wurden verletzt. Die Bretonen benutzten den Sprengstoff bei drei Anschlägen und sechs versuchten Attentaten. (APA)

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