Kurden kritisieren Besuch aus Syrien in Österreich

1. Juli 2005, 16:45
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Ministerin Shaaba "Vertreterin der Baath-Diktatur"

Wien - Kritik am Besuch der syrischen Staatsministerin Buthaina Shaaban in Wien haben "Vertreter der kurdischen Bewegung aus Syrien in Österreich" geübt. Ministerin Shaaban repräsentiere "ein die Menschenrechte verachtendes, brutales Regime, das sich seinem Ende nähert", heißt es in einer Mittwochabend veröffentlichten Aussendung.

Die in Syrien regierende Baath-Partei, die durch einen Militärputsch an die Macht gekommen sei, versuche sich mittels polizeistaatlicher Methoden, Gewalt und Terror gegen die eigene Zivilbevölkerung an der Macht zu halten.

"Permanente Unterdrückung und rassistische Maßnahmen gegen das kurdische Volk, das die zweitstärkste Volksgruppe in Syrien darstellt, Entführungen, Folterungen, "Verschwinden lassen' sind an der Tagesordnung", wird in der Aussendung betont. Die Arabisierung der Kurdengebiete in Syrien werde bereits seit Jahrzehnten forciert. Im Zuge des "Arabischen Gürtels" entlang der syrisch-türkischen Grenze seien zahlreiche Kurden enteignet und ihr Land an Araber vergeben worden.

"Seit 1984 über 5.000 Kurden verschwunden

Als "Bespiele der Grausamkeiten und Verbrechen des Baath-Regimes gegen das kurdische Volk in Syrien" werden in der Aussendung die Tötung von 40 kurdischen Zivilisten nach einer Demonstration im März 2004 und die Entführung und Ermordung des geistigen Oberhaupts der Kurden, Sheikh Khaznawi, in Damaskus durch den syrischen Geheimdienst im Frühjahr 2005 genannt. Seit 1984 seien mehr als 5000 Kurden spurlos verschwunden.

"Wir appellieren daher an die österreichische Bevölkerung, die österreichische Regierung, die österreichischen Politiker und die österreichischen Medien, das gegenwärtige Regime in Syrien zu verurteilen und dessen menschenrechtsverachtende Politik abzulehnen", so die Vertreter der kurdischen Bewegung aus Syrien in Österreich.

Shaaban hielt sich im Rahmen einer Syrien-Konferenz in Wien auf. Sie wurde am Mittwoch von Bundespräsident Heinz Fischer empfangen. (APA)

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