Keine großen Lösungen beim Round Table zu Frauenbeschäftigung

12. Juli 2005, 14:59
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Kritik an Einladungspolitik - 15 Millionen Euro für Qualifizierungskurse beim AMS

Wien - 15 Millionen Euro für spezielle Qualifizierungskurse für Frauen und einen eigenen Schalter beim Arbeitsmarktservice (AMS) bietet die Regierung als erste Lösungsansätze gegen die steigende Frauenarbeitslosigkeit an.

Beim Round Table zu "Frauenbeschäftigung und Gleichstellung am Arbeitsmarkt" am Mittwoch setzten Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (ÖVP) und Frauenministerin Maria Rauch-Kallat (ÖVP) auf das Gespräch mit Sozialpartnern und Experten.

Die geladenen Experten analysierten die Ursachen für den Anstieg der Frauenarbeitslosigkeit bei gleichzeitiger Zunahme der Frauenbeschäftigung. IHS-Chef Bernhard Felderer führte dies darauf zurück, dass Frauen vor allem in Branchen beschäftigt seien, wo die Arbeitslosigkeit überdurchschnittlich gestiegen sei, wie zB. im Einzelhandel oder in der Textilbranche.

Finanzielle Aufwertung von Teilzeitarbeit

Arbeitsrechtler Wolfgang Mazal plädierte dafür, den Fokus auf eine finanzielle Aufwertung von Teilzeitarbeit zu richten. Ein "Umdenken in allen möglichen Rollen" sei angesagt. Julia Bock-Schappelwein vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) betonte, dass die Übergänge zwischen Familienphase und Wiedereinstieg, Vollzeit- und Teilzeitarbeit besser funktionieren müssten.

"Es muss speziell geschulte Arbeitsmarktberaterinnen für Frauen geben", merkte Frauenministerin Maria Rauch-Kallat (V) an. Frauen sollten sich beim AMS an einen eigenen Frauen-Schalter wenden können. Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V), der nur anfangs beim Round Table dabei war, kündigte an, 15 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren für spezielle Qualifizierungskurse für Frauen zur Verfügung stellen zu wollen.

Kritik an Einladungspolitik

Die Einladungspolitik des Ministeriums wurde von Gewerkschaft und Opposition kritisiert: ÖGB-Vizepräsidentin Renate Csörgits (SPÖ) war befremdet darüber, dass beispielsweise die Arbeiterkammer (AK) keine Einladung zu einem Statement erhalten habe.

uch die Grüne Frauensprecherin Brigid Weinzinger beschwerte sich darüber, dass sie die Einladung spät erhalten habe. Die SPÖ-Frauensprecherin Gabriele Heinisch-Hosek fehlte überhaupt: Sie habe keine Einladung erhalten.

SPÖ-Frauenvorsitzende Barbara Prammer stellte überhaupt den Sinn des Round Tables in Frage, da ohnehin relativ klar sei, welche Maßnahmen notwendig seien. "Frauen haben die schlechten Karten", weil gerade Teilzeitjobs kaum existenzsichernd seien, betonte AK-Präsident Herbert Tumpel. Deshalb müssten mehr existenzsichernde Jobs geschaffen werden. (APA)

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