Seibersdorf-Prüfung: "Wer anschafft, zahlt"

12. Juli 2005, 13:31
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ARC-Gruppe in die roten Zahlen gerutscht - Hundert neue Wissenschafter bis März

Wien - "Wer anschafft, zahlt", sagt Helmut Krünes. Der kaufmännische Geschäftsführer der Austrian Research Centers (ARC) stellte in der Jahrespressekonferenz am Mittwoch klar, dass die Seibersdorfer die vom Infrastrukturministerium beim Management Zentrum St. Gallen beauftragte Strukturanalyse "sicher nicht" bezahlen werden. "Wir sind nicht Auftraggeber."

Das ist auch die Haltung des Aufsichtsrats, der am Dienstag einen solchen Beschluss gefasst hat. Eine Finanzierung quasi durch die "Hintertür" verhindert das freilich nicht, denn das Infrastrukturministerium von Hubert Gorbach kann sich die Beratungskosten zurückholen - durch Kürzung der Förderungen für die ARC.

Fruchtbare Erkenntnisse

Gegen die Strukturanalyse selbst haben die Seibersdorfer, die seit dem Jahr 2000 bereits groß umgebaut haben, übrigens nichts. Das sei eine Art Evaluierung der bestehenden Struktur und er erwarte fruchtbare Erkenntnisse.

Kapitalvertreter fürchten aber, die Evaluierung könne dazu dienen, die vor zwei Jahren als Subgesellschaft ausgegliederte Geschäftseinheit Business Services in die Holding rückzufusionieren. Dann könnte Ex-FPÖ-Funktionär Martin Graf dem zu Jahresende ausscheidenden Krünes nachfolgen und wäre so der starke Mann in Seibersdorf. Gornik dazu: "Ohne mich."

Neuausrichtung geht weiter

Die ARC-Gruppe ist 2004 mit 1,3 Mio. Euro in die roten Zahlen gerutscht; bereinigt um letztmalige Aufwendungen für den Reaktorrückbau beträgt das Ergebnis (EGT) 150.000 Euro.

Die strategische Neuausrichtung geht weiter, bis 2008 werden aus Rücklagen 33 Mio. € in Schwerpunkte wie Nanotechnologie investiert und es wird um rund 100 Mitarbeiter aufgestockt. Gornik: "Reserven haben wir dann keine mehr." (ung, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.06.2005)

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