Domaine de Courbissac 2002

9. Juli 2005, 21:59
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Wir trinken zwar alle patriotisch, ab und zu aber tut es gut, ein klein wenig über den eigenen Glasrand (Riedel, was sonst?) zu schielen, um die Relationen wieder zurechtzurücken. Die Domaine de Courbissac aus der traditionsreichen, bei uns so gut wie unbekannten Weinregion Minervois in den südfranzösischen Montagnes Noires gibt dazu lohnende Gelegenheit. Das Gut wird von Marc Tempé bewirtschaftet, der bislang im elsässischen Zellenberg herausragende Rieslinge und Gewürztraminer kelterte.

Die 30 Hektar gehören ihm gemeinsam mit Reinhard Brundig, einem Filmproduzenten. Das sollte nicht abschrecken: Brundigs Weine geraten im Charakter nämlich durchaus nach seinen Filmen ("Whale Rider", Kaurismäkis "Mann ohne Vergangenheit" . . .), und die gehören mit zum Spannendsten, was von deutschen Produzenten in den vergangenen Jahren zu sehen war.

Domaine de Courbissac wird aus den fürs Minervois typischen Syrah-, Grenache- und Carignan-Trauben gekeltert, schmeckt entsprechend kräftig, zu den Cassis-Noten am Gaumen gesellt sich zarter Duft nach Veilchen und Maulbeeren. Der Wein braucht Fleisch, und zwar rotes. Eine Klasse für sich ist die Cuvée La Livignère Pandora, der Premium-Wein des Hauses: betörend wild, dicht und sehr lagerfähig, mit rund 22 Euro halt auch entsprechend teurer.
(corti/Der Standard/rondo/01/07.2005)

Domaine de Courbissac 2002, € 8,99 bei Wein & Co
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    foto: hersteller
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