Schweiz: Rauchverbot auf allen Linien

23. Juli 2005, 21:47
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In Zügen, Bussen und auf Schiffen darf künftig ohne Ausnahmen nicht mehr geraucht werden - Reinigungskosten sollen geringer werden

Die Verkehrsbetriebe erhoffen sich weniger Reinigungskosten und Vandalismus von dieser rigorosen Regelung.

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Klaus Bonanomi aus Bern - Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember wird in der Schweiz der gesamte öffentliche Verkehr zur Nichtraucherzone. Dies haben die Schweizer Transportunternehmen entschieden. Es ist die bisher einschneidendste Maßnahme im Kampf gegen das Rauchen. Die Schweizer Behörden setzen demgegenüber nicht auf Verbote, sondern mehr auf freiwillige Maßnahmen und auf Kampagnen, die informieren und sensibilisieren sollen.

Raucher zeigen Verständnis

Schon jetzt sind mehrere Bahnen in der Schweiz rauchfrei - zum Beispiel die vor allem bei Touristen beliebte Bahn aufs Jungfraujoch, aber auch verschiedene lokale Züge. "Diese Bahnen haben mit dem Rauchverbot fast nur gute Erfahrungen gemacht", sagt Ruedi Helfer, der Sprecher des Verbands Öffentlicher Verkehr Schweiz, dem STANDARD. "Die Raucher zeigen mehrheitlich Verständnis für das Verbot. Auch im Flugverkehr ist ja das Rauchverbot nach anfänglichen Diskussionen gut aufgenommen worden und es ist heute kein Thema mehr."

"Erfahrungsgemäß sinken die Reinigungskosten, und es gibt weniger Vandalismus: Züge, in denen nicht geraucht wird, wirken heimeliger und weniger schmuddelig, sodass Vandalen eher abgeschreckt werden", erläutert Helfer. Deshalb stellen nun auch die Schweizerischen Bundesbahnen SBB, die beiden großen Alpenbahn-Betreiber BLS und RhB und sämtliche weiteren Bahn-, Bus- und Schiffsbetriebe auf "rauchfrei" um.

Rigoroseres Rauchverbot soll in Tschechien eingeführt werden, es soll an allen öffentlichen Plätzen gelten. Auch für Nordirland kündigte die britische Regierung ein Rauchverbot an zahlreichen öffentlichen Plätzen an. (Klaus Bonanomi aus Bern, DER STANDARD Printausgabe 30.6.2005)

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