Eine Milliarde für Fußball-WM 2010

22. Dezember 2005, 22:11
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Premiere kauft ORF Teil der Spiele weg und zeigt exklusiv 18 der 64 Matches - Ohne Zeitverschiebung

Glatt verdoppelt hat sich der Wert der Fußballwelt meisterschaften für den Weltfußballverband Fifa binnen vier Jahren alleine in Europa. Die TV-Rechte für 2006 in Deutschland brachten dem Verband 500 Millionen Euro. 2010 in Südafrika bescheren der Fifa rund eine Milliarde alleine von europäischen Anstalten. 2006 erwirtschaftete sie mit TV-Rechten weltweit 1,1 Milliarden Euro.

Wer zahlt die gewaltige Summe? Der Abosender Premiere zum Beispiel trägt einen nicht näher bezifferten Brocken dazu bei, ebenso der Verband öffentlich-rechtlicher Anstalten, kurz EBU, dem auch der ORF angehört.

18 von 64 Spiele exklusiv

2006 kann der ORF - im Gegensatz zu deuschen Anstalten - noch alle 64 Spiele der Fußballweltmeisterschaften live übertragen. Damit ist laut Premiere 2010 Schluss. Der Abosender wird nach eigenen Angaben von dieser WM 18 der 64 Spiele exklusiv in Deutschland und Österreich zeigen. Die 18 exklusiven Spiele umfassen 15 Vorrundenbegegnungen, zwei Achtelfinali und ein Viertelfinalspiel.

Das bedeutet: Wer alle Spiele der Fußballweltmeisterschaft 2010 im Fernsehen verfolgen will, muss dafür über die Rundfunkgebühr hinaus extra bezahlen. Premiere hat vor wenigen Tagen in Deutschland Fußball aus seinem Programmpaket Sport in ein eigenes Paket umgepackt und verlangt dafür extra.

Ohne Zeitverschiebung

Ab kommender Woche gilt das auch in Österreich für internationalen Fußball. Den heimischen lässt der Abosender weiter in seinem Österreichprogramm. Premiere kommt damit dem ORF nicht nur mit der österreichischen Bundesliga in die Quere. Die Spiele in Südafrika finden ohne Zeitverschiebung und damit zu publikumsträchtigen Sendezeiten statt.

Premiere will 2010 alle Spiele in hochauflösendem Fernsehformat, kurz HDTV übertragen. Schon zur Weltmeisterschaft 2006 plant er, dieses Format einzusetzen. Darauf hoffen vor allem die Hersteller von Fernsehgeräten, vor allem großer Flachbildschirme. (fid, APA/DER STANDAD; Printausgabe, 30.6.2005)

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