Siemens baut eine "City"

18. November 2005, 15:46
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Ab 2010 werden über 10.000 Mitarbeiter von Siemens in Floridsdorf ihren Arbeitsplatz haben und auch dort shoppen können

Siemens zieht ihre Betriebe auf einen Standort, "Siemens-City", zusammen. Die bisherigen Firmensitze werden zum Großteil aufgegeben.

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Wien – Es soll eine Art Campus mit Büros und einem Konferenzzentrum werden. In Floridsdorf. Ab 2010 werden rund 10.000 Menschen dort arbeiten – alle für ein Unternehmen: bis dahin soll "Siemens-City" entstehen, der neue Standort des High-Tech- Unternehmens. Am Mittwoch wurde das Projekt vorgestellt.

Die Beweggründe, dieses Großbauvorhaben anzugehen, erklärt Albert Hochleitner, Generaldirektor von Siemens Österreich kurz: "Wir waren unsere vielerlei Schnittstellen langsam leid." Die Distanzen zwischen den bestehenden Niederlassungen seien zu groß, daher werden sie nun zusammengefasst. Das Grundstück an der Siemensstraße, begrenzt von‑ S-Bahn und Heinrich von Buol-Gasse, ist 485.000 Quadratmeter – oder 100 Fußballfelder – groß und wird über Gebäudeflächen von bis zu 275.000 Quadratmeter verfügen. Kern des vom Wiener Architekturbüro Soyka-Silber-Soyka gestalteten Areals wird ein "Landmark-Building", der Konzern-Hauptsitz. Die Bürogebäude sind an zwei überdachte Verbindungsbauwerke angegliedert. Die ersten Angestellten kommen 2008.

Hohe Realisierungsgeschwindigkeit

Die neue "Siemens-City" soll auch mit der bestehenden Niederlassung der – künftig Siemens gehörenden – VA- Tech verbunden werden, da sich diese in unmittelbarer Nähe befindet. Und es wird weiter gedacht: "Auch über die anderen VA-Tech-Standorte wird man reden müssen", kündigte Siemens-Generaldirektor Hochleitner an.

Wiens Planungsstadtrat Rudolf Schicker (SPÖ) zeigte sich am Mittwoch jedenfalls schon über die "Realisierungsgeschwindigkeit" des Projektes begeistert – aus einem Vorstadtstandort werde ein großer Technologiestandort, freute er sich. Kritik, dass die Anbindung an den öffentlichen Verkehr mit einem S-Bahn- und Straßenbahnanschluss viel zu schlecht sei, teilte er naturgemäß nicht. Diese sei durchaus ausreichend, sagte der Planungsstadtrat. "Wir hätten uns dort schon eine U-Bahn gewünscht", merkte dazu Hochleitner nur knapp an.

Vorteile für die Anrainer

Für die Anrainer im Bezirk wird der Ausbau des Betriebsgeländes auf jeden Fall Vorteile bringen: Die fix eingeplanten Infrastrukturbereiche mit Restaurants und Geschäften sind öffentlich zugänglich.

Die Höhe der Investition für die Neubauten in "Siemens- City" steht, so Generaldirektor Hochleitner, noch nicht genau fest. Fix ist hingegen, dass die bisherigen anderen Standorte zum Großteil aufgegeben werden – beispielsweise jener in der Gudrunstraße im 10. Bezirk sowie das Siemens-Gebäude in Erdberg. Letzteres sollen laut Hochleitner bereits verkauft worden sein. (pm, DER STANDARD Printausgabe 30.7.2005)

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    Das Grundstück für die City ist 100 Fußballfelder groß

  • Siemens-City soll an der Siemensstraße entstehen
    grafik: der standard

    Siemens-City soll an der Siemensstraße entstehen

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