[rau]: 30 Prozent

1. Juli 2005, 08:07
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Der "faulste Beamte Österreichs" ist nicht "faul" im üblichen Sinn

Zum Prozess gegen den "faulsten Beamten Österreichs": Der Sachwalter, der jahrelang Akten liegen ließ, ist wohl nicht "faul" im üblichen Sinn, sondern hat ein psychisches Problem. Dazu sagt der psychiatrische Gutachter Walter Wagner, der Mann habe zwar "depressive Züge", aber von einer Persönlichkeitsstörung könne man nicht sprechen, denn "eine solche haben fast 30 Prozent der Bevölkerung" . Ähem, was will uns der Fachmann damit sagen?

Im STANDARD-Gespräch erläutert Dr. Wagner, man solle vielleicht nicht von "Störung" sprechen, sondern von "durchgehenden Verhaltensmustern, die das Zusammenleben schwierig machen können". Wenn z.B. jemand davon ausgeht, dass der Nachbar den Mistkübel nur deshalb um fünf Uhr früh hinausknallt, um einen zu ärgern ("paranoide Auffälligkeit"). Oder wenn sich jemand unbedingt immer lautstark in Szene setzen muss ("histrionische Auffälligkeit"). Oder wenn jemand dauernd sagt: "Der tut eh nichts, der will nur spielen" (noch kein Fachausdruck bekannt, obwohl Massenphänomen). So weit die Erklärung des Psychiaters. Unglaubwürdig erscheint aber angesichts der täglichen Erfahrung, dass das nur dreißig Prozent haben sollen. (DER STANDARD Printausgabe 30.6.2005

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