Erniedrigende Verhörmethoden in Graz: "Operation Spring war Startschuss"

Redaktion, 2. Juli 2005, 11:36

Zwei steirische Drogenfahnder sollen Foltermethoden angewandt haben - Suspendierung der Beamten ist keine geplant

Graz – Seit einem Jahr wird gegen zwei Drogenfahnder des steirischen Landesgendarmeriekommandos ermittelt, weil sie von sechs Österreichern und einem Kroaten aus dem steirischen Drogenmilieu beschuldigt werden, Foltermethoden und erniedrigende Verhörmethoden angewandt zu haben – DER STANDARD berichtete. Christine Lanschützer, die Strafverteidigerin des Mannes, der den Fall ins Rollen brachte, behauptet gegenüber dem STANDARD, dass es regelmäßig zu Gewalteinsatz und Druckausübung durch Beamte komme: "Der Startschuss dafür war die Operation Spring 1999." Lanschützer hat außerdem Justizministerin Karin Miklautsch rund zehn Fälle vorgelegt, in denen Urteile "aufgrund von Zeugenaussagen ohne weitere Beweise gefällt wurden".

Vergünstigungen angeboten

Lanschützer weiter: "Das waren Zeugen, die allesamt selbst ein strafrechtliches Verfahren anhängig hatten. Man hat ihnen Vergünstigungen angeboten, wenn sie bestimmte Leute belasten. Da sitzen unschuldige Menschen im Gefängnis, obwohl einige Zeugen ihre Aussagen später widerrufen haben."

Tritte und Schläge

Die beiden Beamten, denen unter anderem Tritte und Schläge in den Magen sowie Morddrohungen vorgeworfen werden, bekamen indes Schützenhilfe vom steirischen BZÖ-Klubobmann und Gendarm Franz Lafer, der in seiner Zeit als FPÖ-Mandatar ein Dealer-Kopfgeld forderte: "Gendarmerie-Kommandant Peter Klöbl soll endlich so viel Mumm beweisen und sich hinter seine Beamten stellen."

Eine zeitweilige Suspendierung der beiden Beamten ist nicht geplant. Eine solche fordert der steirische SP-Klubchef, Walter Kröpfl: "Die müssen sofort außer Dienst gestellt werden, bevor nicht klar ist, was wirklich Sache ist." (cms, DER STANDARD Printausgabe 30.7.2005)

Kommentar posten
10 Postings
Ravi Ravendro
00
30.6.2005, 18:48
Die Österreichische Polizei

duldet Folterpraktiken.

Karl-Ernbrecht von Stenitzer
 
00
30.6.2005, 17:38
Kriminalität, organisierte

Wir benötigen im Kampf gegen die organisierte Drogenkriminalität, die international organisiert ist, mehr Schlagkraft. Es kann nicht sein, daß sich der Staat (wir alle nämlich, wir Steuerzahler) von schwerkriminellen Subjekten permanent auf der Nase herumtanzen läßt.

Mork vom Ork
00
30.6.2005, 18:23

lol, du hast wohl noch nie einen Strafakt gesehn, sorry aber genau das was du verlangst wird gemacht... und die Justiz schlägt nur zu heftig daneben.

Inzwischen muss man sich in Österreich eh schon freibeweisen

in dubio contra reo..

Jo chef
00
30.6.2005, 12:49

ich erlebte in einem wettlokal, das zu 90 % mit ausländern gefüllt war, eine polizeirazzia. die polizei wollte "illegale" schnappen, die hälfte der ausländer waren schwarz, die übrigen waren etwas hellhäutiger. die polizei trieb sofort alle schwarzen in eine ecke, die übrigen ausländer durften ohne angesprochen zu werden, einfach das lokal verlassen. dieses vorgehen und dieses einschießen auf schwarze hautfarbe hat mich sehr schockiert.
in der polizei arbeiten menschen, die einstellungen und ansichten haben, die sie bei diesen beruflichen anforderungen nicht haben dürften, und viele polizisten sind bei der polizei, weil man best. neigungen hier gut ausleben kann.
ihr wisst, welche einstellungen und ansichten ich meine...

star observer
00
30.6.2005, 15:16

hast du's an ZARA gemeldet?

Ignaz gartengschirrl
00
30.6.2005, 17:23

Anderes beispiel bin vor kurzem in eine schwarzfahrerrazzia reingekommen. Da wurden auch alle schwarzen sofort an die wand gestellt und ihre taschen durchsucht egal ob sie einen fahrschein hatten oder nicht. kurz um sie wurden behandelt wie schwerverbrecher während andere leute (ich z.b.) unbehelligt ihrer wege gehen konnten.


PS: kann mir die übergriffe der beamten sehr gut vorstellen lt. amnesty bericht in Ö. leider bei gott kein einzelfall.

Eine Kreatur
00
30.6.2005, 00:01
der beweis ...

nachdem in österreich offiziell menschen mit schwarzer hautfarbe zum polizeilichen freiwild erklärt wurden, sind ein paar "gesetzeshüter" gleich eine stufe weitergegangen und haben die heimische "unterschicht" auch gleich miteinbezogen ...

und das ist erst der anfang ...

Dave Windorf
 
00
29.6.2005, 20:23
Polizei darf alles

Es wäre besser, wenn solche Leute bis zum Ende der Ermitllungen suspendiert oder zu einer anderen Einheit (aka Müllabfuhr, Strassenreinigung...) abkommandiert würden.
Wer Menschen böswillig verletzt hat bei der Polizei oder überhaupt in der Sicherheitswache nichts verloren. Man sollte dort nur Menschen mit entsprechendem psychologischem Profil einsetzen, die sachlich UND menschlich bleieben, auch im Einsatz. Die könnte man dann auch besser bezahlen.

d3m3t3r
 
00
die Polizei DARF gar nix...

...trotzdem passieren solche üblen sachen...aber "dürfen" tuns sis trozdem nicht ;)

Herr Nebenan
00
29.6.2005, 21:40

Die arme Müllabfuhr!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.