Hit und Überraschung im Herrenhalbfinale

4. Juli 2005, 09:28
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Federer, Hewitt meis­tern ihre Hürden problemlos, treffen nun aufeinander - Roddick bekommt es überraschend mit Johansson zu tun

London - Mit dem topgesetzten Roger Federer und Lleyton Hewitt treffen am Freitag im Herren-Semifinale des Tennis-Grand Slam-Turniers von Wimbledon die Sieger der vergangenen drei All England Championships aufeinander. Beide machten mit ihren Viertelfinal-Kontrahenten am Mittwoch mehr oder weniger kurzen Prozess. Andy Roddick und Thomas Johansson ermitteln im zweiten Halbfinale den Finalgegner von Federer oder Hewitt. Roddick setzte sich gegen Sebastien Grosjean im fünften Satz mit 6:3 durch, Johansson schlug David Nalbandian in drei Sätzen und steht überraschend im Semifinale.

Relativ klare Angelegenheiten für Hewitt und Federer

Der Weltranglisten-Erste Federer, der einen Wimbledon-Titel-Hattrick anstrebt, fertigte den chilenischen Doppel-Olympiasieger Fernando Gonzalez in 1:50 Stunden in drei Sätzen ebenso klar mit 7:5,6:2,7:6 (2) ab, wie Hewitt Feliciano Lopez, der sein erstes Grand-Slam-Viertelfinale bestritt. Der als Nummer drei gesetzte Australier, der das wichtigste Rasen-Turnier der Welt 2002 für sich entschieden hatte, benötigte für sein 7:5,6:4,7:6 (2) gegen den ersten spanischen Wimbledon-Viertelfinalisten seit 1972 nur acht Minuten länger als Federer, der sich vom Erreichen der Vorschlussrunde angetan zeigte.

"Es ist fantastisch, zum dritten Mal hintereinander im Halbfinale zu sein. Ich war das ganze Match lang angespannt, weil ich wusste, dass der Gegner gefährlich ist", erklärte der 23-jährige Schweizer, nachdem er Gonzalez zum fünften Mal in ebenso vielen Duellen bezwungen hatte. Auch gegen Hewitt hat die Nummer eins die vergangenen sieben Duelle gewonnen.

"Es wird ein hartes Match, denn es gibt einen Grund, dass er die beiden vergangenen Jahre gewonnen hat und die Nummer eins der Welt ist. Es ist wie ein Finale für mich und ich werde alles geben", versprach Hewitt nach seinem ersten Semifinal-Einzug seit 2002. "Damals habe ich das Turnier gewonnen, das könnte ein gutes Omen sein."

Roddick Marathonsieger

Das dritte Fünf-Satz-Spiel innerhalb einer Woche war für Grosjean zu viel. Nachdem er mit 6:3 noch den Satzausgleich zum 2:2 geschafft hatte, verlor er im finalen Durchgang das Service zum 0:2 und konnte sich nicht mehr aus dieser Rücklage befreien. Roddick, der nach der zweiten Finalqualifikation in Folge greift, gewährte dem Südfranzosen darauf keine Breakchance mehr.

Der "Hardhitter" aus den USA scheint sich in diesen Tagen auf sein starkes Service verlassen zu können. Nach dem Marathon gegen Grosjean ist er bei 78 Assen angelangt, im Viertelfinale unterlief ihm kein Doppelfehler.

Überraschender Johansson

Während die Experten Roddick im Halbfinale erwartet haben, hatte kaum jemand Thomas Johansson auf der Rechnung. Nach dem Triumph bei den Australian Open vor dreieinhalb Jahren steht der 30-Jährige erstmals wieder im Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers und schaffte als erster Schwede seit Stefan Edberg (1993) in Wimbledon den Einzug in die Runde der letzten Vier.

Nalbandian, in Wimbledon vor drei Jahren im Endspiel, verpasste die Chance auf die Wende zu Beginn des dritten Satzes. Dem Argentinier gelang sofort das Break zum 1:0, dann gab er aber vier Games in Folge ab. Der "Stier aus Cordoba" erlebte damit in dieser Saison eine weitere Enttäuschung. Wie jetzt in Wimbledon war Nalbandian auch bei den Australian Open im Viertelfinale gescheitert, bei den French Open wurde er im Achtelfinale eliminiert.

Knowle im Mixed-Achtelfinale out

Julian Knowle schied indes auch im Mixed im Achtelfinale aus, und wieder gegen Jonas Björkman. Mit der Deutschen Anna-Lena Grönefeld unterlag der Vorarlberger dem Schweden und der US-Amerikanerin Lisa Raymond 2:6,3:6. (APA/Reuters/dpa)

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    Federer im Netz.

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    Johansson eine Runde weiter.

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