Richter-Protest gegen zweites Wiener Straflandesgericht

4. Juli 2005, 21:26
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Präsidentin des Straflandesgerichts: 300 Haftplätze könnten gewonnen werden, würde man Verurteilte auslagern

Wien - Die Wiener Richter und Staatsanwälte haben am Mittwochnachmittag eine Protestveranstaltung gegen den Strafgerichts-Neubau mit angeschlossener Justizanstalt abgehalten. Der Bau soll ab Mitte 2008 das überbelegte Gefangenenhaus entlasten und rund 400 U-Häftlinge übernehmen. Der Standort und die Zuständigkeit stehen noch nicht fest.

Peter Liehl, Obmann der Richtervereinigung und Ulrike Psenner, Präsidentin des Straflandesgerichts traten einhellig gegen eine "Zerschlagung" des Grauen Hauses auf. "Wir brauchen keine Änderung der Gerichtsorganisation!" meinte Psenner im. Ein zweites Strafgericht wäre nicht notwendig und europaweit ein Unikum: "In ganz Europa gibt es in keiner Stadt zwei Strafgerichte." Laut Psenner könnten sofort 300 Haftplätze gewonnen werden, würde man Verurteilte auslagern.(APA)

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