Redmail bräuchte 2.000 Annahmestellen für österreichweiten Postdienst

13. Juli 2005, 13:04
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Wenn Postmarkt voll liberalisiert wird - Post-Konkurrent will zumindest auf rasche Liberalisierung des Direct Mail-Marktes drängen

Der private Zustell-Dienstleister Redmail, ein Joint Venture der Styria Medien AG und der niederländischen Post, würde im Fall einer Komplettliberalisierung des Postmarktes mit eigenen Filialen den Postämtern der Post AG Konkurrenz machen. Für einen österreichweiten flächendeckenden Postdienst wären rund 2.000 eigene Annahmestellen nötig, erklärte Redmail-Geschäftsführer Kurt Schügerl am Mittwoch vor Journalisten mit der Einschränkung, "wenn das Volumen groß genug ist".

Zum Vergleich: Die Österreichische Post AG hat nach der neuerlichen Schließungswelle im heurigen Jahr noch 1.330 Postämter, rund 200 Post-Partner und 320 Post-Servicestellen. Zuletzt hatte auch die britische Post-Tochter GLS angekündigt, sie wolle bis Ende 2006 in Österreich 500 neue Paket-Shops errichten.

"Cherry-Picking" sei Fehlinformation

Dass Redmail als privater Postdienst nur in den dicht besiedelten, lukrativen Regionen aktiv würde, weist Schügerl zurück: "Dass wir Cherry-Picking betreiben würden, ist eine Fehlinformation der Post AG." In der Steiermark und Kärnten stelle Redmail bereits flächendeckend Post zu. Demnächst werde die Zustellung auch in Wien "auf 100 Prozent ausgebaut".

Wenn der Briefmarkt geöffnet wird, kann sich Schügerl auch eine Ausweitung der Frühzustellung und in einigen Gebieten auch eine Samstags- und Sonntagszustellung vorstellen. Bisher sei das "mangels Masse nicht möglich".

Rasche Liberalisierung des Direct Mail-Marktes gefordert

Allerdings glaubt man selbst bei Redmail nicht mehr, dass der Postmarkt wie gefordert bereits 2007 und nicht erst 2009 voll liberalisiert werden wird. Der alternative Postanbieter will jetzt zumindest darum kämpfen, dass der Markt für adressierte Werbesendungen (Direct Mail) freigegeben wird. Bisher sei dies nur "schwammig geregelt", hieß es.

Nach den bisherigen gesetzlichen Bestimmungen bleibt der Österreichischen Post AG ab Anfang 2006 noch die Verteilung von Sendungen bis 50 Gramm exklusiv vorbehalten. Bis dahin gilt für den liberalisierten Bereich noch eine Untergrenzen von 100 Gramm. Dies entspricht auch den Vorgaben der EU. Den spätesten Zeitpunkt für die Vollliberalisierung hat die EU bisher mit 2009 vorgegeben. 2006 will sie diese Pläne aber noch einmal überprüfen. (APA)

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