Blair warnt vor verfrühtem Rückzug

3. Juli 2005, 09:55
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Truppen müssen bleiben, "bis Arbeit getan ist"

London - Der britische Premierminister Tony Blair hat vor einem verfrühten Rückzug der US-geführten Koalitionstruppen aus dem Irak gewarnt. Sie müssten bleiben, "bis die Arbeit getan ist", sagte Blair am Mittwoch in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP. Der Konflikt sei eine Schlacht von weit reichender Bedeutung: "Wenn wir diese Aufständischen und Terroristen im Irak bezwingen - und wir werden sie nur mit dem irakischen Volk bezwingen - werden wir diesen Terrorismus und Aufstand weltweit besiegen."

Bereits zuvor hatte er im Londoner Unterhaus den Irak-Krieg verteidigt. "Ich bin froh, dass wir so gehandelt haben", sagte er einen Tag nach dem Jahrestag der irakischen Souveränität. Fragen nach einem umstrittenen Memorandum, laut dem die USA bereits im Sommer 2002 zum Krieg entschlossen waren, wies Blair zurück. Der Inhalt des Papiers sei bereits im Rahmen unabhängiger Ermittlungen untersucht worden.

Das Memorandum wurde nach einem Treffen Blairs mit dem damaligen Chef des britischen Geheimdienstes Richard Dearlove am 23. Juli 2003 verfasst. Darin hieß es, das Weiße Haus halte einen Militärschlag gegen den Irak für unausweichlich. Geheimdienstinformationen und Fakten seien dann so präsentiert worden, dass sie dieses Ziel unterstützt hätten. (APA/AP)

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