Betandwin profitiert vom Schiedsrichterskandal

7. Juli 2005, 10:12
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Staatlicher Anbieter leidet durch die zunehmende Anzahl an privaten Anbietern

Für den österreichischen Sportwetten-Anbieter Betandwin hat sich der Schiedsrichter-Skandal rund um Robert Hoyzer (Bild) positiv ausgewirkt. Deutschland-Manager Marcus Meyer führt den regen Zulauf zu Betandwin auf den "PR-Effekt" des Skandals zurück. Viele hätten dadurch erst gemerkt, dass es Sportwettem gibt und dass das Betandwin-System sicher ist. Seit Januar dieses Jahres hat die Aktie um mehr als 300 Prozent zugelegt. Der Umsatz kletterte von 17 Mio. Euro im Jahr 2000 auf aktuell 856 Mio. Euro. Seit dem Skandal wächst der Markt für Sportwetten kontinuierlich, berichtet die Wirtschaftswoche.

Leichte Rückgänge

Leichte Rückgänge verzeichnet hingegen der staatliche Anbieter Oddset. Das Tochterunternehmen des deutschen Toto- und Lotto-Blocks leidet unter der wachsenden Konkurrenz der Privatanbieter, meint Oddset-Chef Erwin Horak gegenüber der Wirtschaftswoche. Die Umsätze bei Deutschlands größtem Sportwettenanbieter belaufen sich auf 480 Mio. Euro. Betandwin lukriert in Deutschland 300 Mio. Euro seines Umsatzes. Auf pressetext-Anfrage wollte das Unternehmen jedoch keine Zahlen für Österreich und die Schweiz bekannt geben.

Gespräche

Ins Geschäft einsteigen wollen auch Sender wie RTL, Premiere und DSF. Meyer bestätigt, schon mit diversen TV-Stationen Gespräche geführt zu haben. Betandwin denkt laut Wirtschaftswoche auch darüber nach, gemeinsam mit anderen Wettanbietern Sportübertragungsrechte für das Internet zu erwerben. Marktanteilsgewinne in Europa soll auch die Fußball-WM 06 bringen. Im Anschluss an dieses Großereignis soll nach Asien, Nord- und Südamerika expandiert werden.

In Deutschland setzt die Wettbranche derzeit zwei bis der Mrd. Euro um. Etwa sieben Mio. Deutsche haben schon einmal gewettet. Laut einem Analysten steckt in diesem Markt ein Wachstum von insgesamt 50 bis 60 Prozent. (pte)

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