Welt-Drogenbericht: Afghanistan liefert 87 Prozent des Heroin

8. Juli 2005, 16:25
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Produktion im Goldenen Dreieck rückläufig

Wien - Afghanistan ist auch nach dem Ende des Taliban-Regimes im Jahr 2001 der mit Abstand größte Opium-Lieferant. 2004 deckte dieses eine Land 87 Prozent des Weltmarktbedarfs ab, schreiben die Experten des UNO-Büros zur Bekämpfung von Drogen und Kriminalität (UNODC) im Welt-Drogen-Bericht 2005.

Über alle 34 afghanischen Provinzen verteilt wurde auf 131.000 Hektar Opium angebaut. Nur eine Dürre in dem Land habe verhindert, dass die Produktionsmengen noch drastischer steigen konnten und der Markt von noch mehr Opium überschwemmt wurde.

Rückgang im Goldenen Dreieck

Im so genannten Goldenen Dreieck - Thailand, Laos und Myanmar - in Südostasien hingegen sei der Anbau von Opiaten stark zurück gegangen - seit 1996 um 78 Prozent. Global gesehen wurden im vergangenen Jahr 4.850 Tonnen Opium produziert. Aus dieser Menge können rund 565 Tonnen Heroin hergestellt werden. 10,6 Millionen Menschen weltweit sind laut UNODC heroinsüchtig.

Der Großteil des Kokain-Weltmarkts wird von nur drei Staaten beliefert: Kolumbien (50 Prozent), Peru (32 Prozent) und Bolivien (15 Prozent). Während 2004 die Fläche der Coca-Plantagen in Kolumbien um 6.000 Hektar kleiner wurde, glichen Zuwächse in den anderen beiden Staaten diese Entwicklung wieder mehr als aus. Die UNO geht von 14 Millionen Kokain-Konsumenten aus.

Insgesamt wurde weltweit auf 196.000 Hektar Land Opium angebaut. Auf 158.000 Hektar wurden Coca-Pflanzen kultiviert.

Weiter angestiegen ist der Cannabis-Anbau, bereits 2003 dürfte er laut Schätzungen des UNODC die 40.000-Tonnen-Grenze überschritten haben. 80 Prozent des Haschisch für Europa, den weltweit größten Markt für dieses Rauschmittel, kommen aus Marokko. 161 Millionen Menschen - vier Prozent der Erdbevölkerung zwischen 15 und 64 - sind dem Bericht zufolge Cannabis-Raucher. Unter europäischen Studenten sei zuletzt ein Konsumanstieg verzeichnet worden.

Die Drogenfahnder konnten 2004 dem Bericht zufolge fast ein Viertel der Heroin-Produktion beschlagnahmen, 2002 ist diese Rate noch bei 18 Prozent gelegen. Das Plus lag aber nicht zuletzt an der drastisch gestiegenen Produktion von Roh-Opium in Afghanistan. Die größten Aufgriffe gelangen denn auch in den Nachbarländern Iran und Pakistan, von wo die Drogen über die Türkei und die Balkan-Route nach Europa geschmuggelt werden. Die internationale Gemeinschaft müsse verstärkt Programme fördern, die den Bauern Alternativen zum Anbau von Schlafmohn bieten, lautete eine Forderung. (APA)

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